Unterweisung Kfz-Werkstatt
Für Kfz-Werkstatt enthält diese Vorlage Unterweisungstexte zu Hebebühne bedienen und sicher unter dem Fahrzeug arbeiten, Abgase in der Werkstatt, Kraftstoffe, Altöl und Brandgefahr sowie allgemeine Arbeitsschutzthemen. Sie können alle Texte und je eine Verständnisfrage unten lesen und an die Arbeitsplätze Ihres Betriebs anpassen.
Themen der Vorlage
- Hebebühne bedienen und sicher unter dem Fahrzeug arbeiten
- Abgase in der Werkstatt
- Kraftstoffe, Altöl und Brandgefahr
- Reinigungsmittel, Bremsenreiniger und Bremsstaub
- Hautschutz in der Werkstatt
- Räder und Reifen sicher montieren
- Lärm und Gehörschutz
- Hybrid- und Elektrofahrzeuge – was Sie wissen müssen
- Erste Hilfe, Notruf und Unfallmeldung
- Brandschutz, Fluchtwege und Verhalten im Brandfall
- Elektrische Geräte sicher benutzen
Wählen Sie anhand Ihrer Gefährdungsbeurteilung für Kfz-Werkstatt die passenden Themen aus. Ergänzen Sie die betrieblichen Abläufe und Ansprechpersonen. § 12 ArbSchG verlangt Anweisungen und Erläuterungen zum jeweiligen Arbeitsplatz oder Aufgabenbereich.
Texte besprechen und Verständnis prüfen
Die Texte dienen zur Vorbereitung. Nach DGUV Regel 100-001, Abschnitt 2.3.1, müssen Rückfragen an die unterweisende Person möglich sein und die Inhalte verstanden werden. Ergänzen Sie den digitalen Teil durch ein Nachgespräch und erforderliche praktische Vermittlung.
Zur Form: Wann eine Online-Unterweisung ausreicht. Zur Dokumentation: Unterweisungsnachweis mit Inhalten und Teilnehmenden.
Hebebühne bedienen und sicher unter dem Fahrzeug arbeiten
Die Handgriffe müssen zusätzlich vor Ort gezeigt und geübt werden.
Worum es geht
Unter einem angehobenen Fahrzeug kann ein Absturz der Last tödlich sein. Deshalb gelten für die Hebebühne strenge Regeln. Die Bedienung wird Ihnen an Ihrer Hebebühne gezeigt. Auszubildende werden zur Hebebühne halbjährlich unterwiesen.
Wer bedienen darf
Selbstständig bedienen darf nur, wer mindestens 18 Jahre alt ist. Außerdem müssen Sie unterwiesen und ausdrücklich beauftragt sein. Fremde und Unbefugte bedienen die Hebebühne nicht.
Fahrzeug aufnehmen
Positionieren Sie das Fahrzeug nach Vorgabe des Herstellers. Nehmen Sie es nur an den vorgesehenen Aufnahmepunkten auf und überlasten Sie die Bühne nicht. Wenn die Teller die Aufnahmepunkte erreichen, prüfen Sie die Arretierung der Tragarme. Das Fahrzeug liegt auf allen vier Tellern auf.
Am angehobenen Fahrzeug
Heben Sie nur an, wenn niemand gefährdet ist. Bauen Sie schwere Teile aus, kann sich die Lastverteilung ändern. Sichern Sie das Fahrzeug dann nach Herstellervorgabe gegen Kippen. Verwenden Sie nur zugelassene Montagestützen. Tragen Sie bei Bedarf Anstoßkappe und Schutzbrille und achten Sie auf heiße Teile.
Absenken
Räumen Sie Werkzeug und Gegenstände aus dem Gefahrenbereich. Senken Sie nur ab, wenn niemand gefährdet ist. Achten Sie besonders auf Ihre Füße und die Ihrer Kollegen.
Ohne Hebebühne
Unter einem Fahrzeug arbeiten Sie nur, wenn es gegen Absinken und Abkippen gesichert ist. Dafür nutzen Sie Unterstellböcke mit angegebener Tragfähigkeit. Der Wagenheber ist nur für den Radwechsel da. Angehobene Teile wie Pritschen sichern Sie formschlüssig.
Mängel melden
Die Hebebühne wird regelmäßig, spätestens jährlich, von einer befähigten Person geprüft. Bemerken Sie Schäden, etwa an Bedienteilen oder Leitungen, benutzen Sie die Bühne nicht und melden Sie es sofort.
Beispielfrage
Wer darf eine Fahrzeughebebühne selbstständig bedienen?
- Wer mindestens 18 ist, unterwiesen und ausdrücklich beauftragt wurde
- Jeder, der schon zugesehen hat
- Auszubildende ab dem ersten Lehrjahr ohne Aufsicht
Richtige Antwort: Wer mindestens 18 ist, unterwiesen und ausdrücklich beauftragt wurde
Alle drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein.
Abgase in der Werkstatt
Gefahrstoffe: mündliche Unterweisung am Arbeitsplatz nötig, Teilnahme per Unterschrift bestätigen (GefStoffV § 14).
Worum es geht
Motorabgase enthalten Kohlenmonoxid, Stickoxide, unverbrannte Kohlenwasserstoffe und bei Diesel Rußpartikel. Dieselmotoremissionen sind krebserzeugend. Dieser Teil bereitet Sie vor; die Unterweisung erfolgt mündlich am Arbeitsplatz.
Wie Abgase wirken
Kohlenmonoxid behindert den Sauerstofftransport im Blut. Es verursacht Kopfschmerzen und Übelkeit, in hoher Konzentration den Tod. Stickoxide reizen die Schleimhäute. Schon wenige Motorläufe ohne Absaugung in einem geschlossenen Raum belasten die Gesundheit.
Absaugung immer anschließen
Läuft ein Motor im Stand, schließen Sie immer den Abgasschlauch an. Das gilt bei Wartung mit laufendem Motor, Abgasmessung und Prüfstand. Verzichten Sie nie darauf, auch nicht für kurze Zeit.
Weniger fahren in der Halle
Jede Fahrt mit Motor in der Werkstatt erzeugt Abgasspitzen. Fahren Sie so wenig wie möglich. Halten Sie Verkehrswege frei, damit wenig rangiert werden muss. Stellen Sie Fahrzeuge für den nächsten Tag abends schon auf den Reparaturplatz.
Lüften
Nutzen Sie Tore und Fenster zum Lüften. Lüften Sie die Werkstatt zum Feierabend gründlich. Schalten Sie in Arbeitsgruben die Lüftung vor dem Betreten ein.
Anzeichen ernst nehmen
Kopfschmerzen und leichte Übelkeit sind typische Folgen von Kohlenmonoxid. Sagen Sie Ihren Vorgesetzten sofort Bescheid, damit Absaugung und Lüftung geprüft werden.
Beispielfrage
Welcher Abgasbestandteil von Dieselmotoren ist als krebserzeugend eingestuft?
- Wasserdampf
- Rußpartikel
- Stickstoff
Richtige Antwort: Rußpartikel
Dieselmotoremissionen gelten als krebserzeugende Gefahrstoffe.
Kraftstoffe, Altöl und Brandgefahr
Gefahrstoffe: mündliche Unterweisung am Arbeitsplatz nötig, Teilnahme per Unterschrift bestätigen (GefStoffV § 14).
Worum es geht
Benzin ist extrem entzündbar und verdampft schon bei normaler Werkstatttemperatur. Bereits ein Schnapsglas voll kann eine Arbeitsgrube mit explosionsfähigem Gemisch füllen. Die Dämpfe sind schwerer als Luft und sammeln sich unten. Dieser Teil bereitet Sie vor; die Unterweisung erfolgt mündlich.
Tank und Filter
Einen Tank pumpen Sie ab. Ablassen über die Ablassschraube ist verboten. Für den Kraftstofffilter nutzen Sie die Geräte für den trockenen Wechsel. So vermeiden Sie Hautkontakt mit Benzin, das krebserzeugendes Benzol enthält.
Gruben und Zündquellen
Arbeiten am Kraftstoffsystem von Benzinern machen Sie auf der Hebebühne, nicht über der Grube. Halten Sie Zündquellen fern, etwa Schweißen, Schleifen, offenes Feuer und ungeschützte Handleuchten. Klemmen Sie bei Arbeiten am Fahrzeug die Batterie ab, damit kein Lichtbogen entsteht.
Ausgelaufenes sofort entfernen
Nehmen Sie ausgelaufenen Kraftstoff sofort auf und lüften Sie. Öl auf dem Boden binden Sie mit Bindemittel, sonst rutscht jemand aus.
Altöl und Putzlappen
Füllen Sie nie Benzin oder Reiniger ins Altöl. Das Gemisch wird extrem entzündbar, Altölbehälter sind so schon explodiert. Gebrauchte Putzlappen können sich selbst entzünden. Sie gehören in nicht brennbare, geschlossene Behälter.
Batterien laden
Beim Laden kann Knallgas entstehen. Sorgen Sie für Lüftung. Klemmen Sie Ladegerät oder Starthilfekabel erst an und schalten Sie dann ein.
Einspritzdüsen
Prüfen Sie den Strahl einer Einspritzdüse nie mit dem Finger. Der Hochdruckstrahl spritzt Kraftstoff in die Haut. Benzindüsen prüfen Sie ausgebaut in einer Prüfanlage.
Beispielfrage
Wie entleeren Sie einen Benzintank?
- Ablassschraube öffnen und in einer Wanne auffangen
- Über der Grube auslaufen lassen
- Mit einem Saugheber oder Tankentleerungsgerät abpumpen
Richtige Antwort: Mit einem Saugheber oder Tankentleerungsgerät abpumpen
Freies Ablassen ist verboten; der Strahl kann sich elektrostatisch aufladen und entzünden.
Reinigungsmittel, Bremsenreiniger und Bremsstaub
Gefahrstoffe: mündliche Unterweisung am Arbeitsplatz nötig, Teilnahme per Unterschrift bestätigen (GefStoffV § 14).
Worum es geht
Es gibt keine ungefährlichen Reinigungsmittel. Viele sind Gefahrstoffe und manche brennbar. Auch ein Mittel ohne Kennzeichnung kann gefährlich sein. Dieser Teil bereitet Sie vor; die Unterweisung zu Ihren Mitteln erfolgt mündlich anhand der Betriebsanweisung.
Das richtige Mittel
Nehmen Sie nur die Mittel aus der Betriebsanweisung. Wässrige Reiniger, Dampf oder Heißwasser gehen vor. Lösemittel kommen nur zum Einsatz, wenn nichts anderes reicht.
Bremsenreiniger aus der Dose
Bremsenreiniger haben oft einen Flammpunkt unter 23 °C. Sprühen Sie je Anwendung höchstens 10 Sekunden und nie mehrere Dosen gleichzeitig. Die behandelte Fläche bleibt unter 1 m². Lüften Sie während der Reinigung und etwa 5 Minuten danach. Im Motorraum sammeln sich die Dämpfe und können verpuffen.
Kaltreiniger und Waschbehälter
Nutzen Sie kleine, selbstschließende, gekennzeichnete Waschbehälter fern von Schweiß- und Schleifarbeiten. Dämpfe werden abgesaugt, sonst tragen Sie Atemschutz. Tragen Sie Handschuhe, Schürze und Schutzbrille. Beim Arbeiten mit Kaltreiniger essen, trinken und rauchen Sie nicht.
Heißwasser und Dampf
Heiße Flüssigkeiten verbrühen. Tragen Sie Gummistiefel, Schürze, Handschuhe mit langen Stulpen und Schutzbrille. Behälter ab 45 °C sind mit der Temperatur gekennzeichnet.
Bremsstaub
Blasen Sie Abriebstaub nie mit Druckluft ab. Entfernen Sie ihn nass oder mit einem geeigneten Staubsauger. In Oldtimern und Spezialfahrzeugen können noch asbesthaltige Beläge stecken. Bei Verdacht hören Sie auf und informieren Ihre Vorgesetzten.
Beispielfrage
Welche Reiniger haben in der Werkstatt Vorrang?
- Wässrige Reiniger, Dampf oder Heißwasser
- Möglichst starke Lösemittel
- Benzin
Richtige Antwort: Wässrige Reiniger, Dampf oder Heißwasser
Lösemittel kommen nur zum Einsatz, wenn andere Mittel nachweislich nicht reichen.
Hautschutz in der Werkstatt
Gefahrstoffe: mündliche Unterweisung am Arbeitsplatz nötig, Teilnahme per Unterschrift bestätigen (GefStoffV § 14).
Worum es geht
Öle, Fette, Kraftstoffe, Kühlmittel, Lösemittel, Lacke und Kleber können die Haut schädigen. Gebrauchtes Motoröl kann wegen seiner Verschmutzungen auch Hautkrebs auslösen.
Kontakt vermeiden
Am besten kommt der Stoff gar nicht an die Haut. Nutzen Sie Werkzeuge und Abläufe, die Hautkontakt vermeiden. Tragen Sie die Schutzhandschuhe, die der Hautschutzplan vorgibt.
Drei Stufen
Hautschutz vor der Arbeit und nach Pausen. Hautreinigung vor Pausen und nach der Arbeit. Hautpflege nach Arbeitsende. Alle drei Stufen sind gleich wichtig.
Der Hautschutzplan
Der Hautschutzplan hängt aus. Er zeigt, welches Mittel und welcher Handschuh zu welchem Bereich gehören, etwa Werkstatt oder Waschhalle. Halten Sie sich daran.
Hände richtig reinigen
Reinigen Sie die Haut passend zur Verschmutzung. Waschen Sie sich nie mit Benzin, Verdünnung oder Kaltreiniger die Hände.
Früh melden
Melden Sie Rötungen, Risse oder Juckreiz früh dem Betriebsarzt oder Ihrem Hausarzt. Dann kann rechtzeitig behandelt werden.
Beispielfrage
Was ist der beste Hautschutz?
- Viel Creme nach der Arbeit
- Hautkontakt mit dem Stoff vermeiden
- Hände mit Benzin reinigen
Richtige Antwort: Hautkontakt mit dem Stoff vermeiden
Was nicht an die Haut kommt, kann sie nicht schädigen.
Räder und Reifen sicher montieren
Worum es geht
Ein befüllter Reifen steht unter hohem Druck. Platzt er, fliegen Rad oder Felgenteile mit großer Wucht weg. Die meisten Unfälle passieren beim ersten Aufpumpen nach der Montage.
Ursachen
Typische Ursachen sind falsch montierte Teile bei geteilten Felgen, korrodierte oder beschädigte Felgen und schadhafte Reifen. Montieren Sie so etwas nicht. Melden Sie es.
Befüllen auf der Montiermaschine
Befüllen Sie einen Reifen auf der Montiermaschine nur, wenn das Rad formschlüssig eingespannt ist. Alternativ muss eine zusätzliche Halteeinrichtung das Wegfliegen verhindern. Nutzen Sie, wenn vorhanden, die gesonderte Befülleinrichtung.
Druck nicht überschreiten
Überschreiten Sie nie den höchstzulässigen Befülldruck. Bei geteilten Felgen benutzen Sie die Schutzeinrichtung gegen fortfliegende Teile.
Heben und Tragen
Viele Räder am Tag belasten den Rücken. Nutzen Sie die Radhebevorrichtung. Große Räder über 200 kg oder über 1,5 m Durchmesser bewegen Sie nur mit einer Einrichtung, die das Umkippen verhindert.
Sichern gegen Wegrollen
Wird ein Fahrzeug nur einseitig aufgebockt, legen Sie Unterlegkeile vor die Räder.
Beispielfrage
Wann passieren die meisten Unfälle bei der Reifenmontage?
- Beim Auswuchten
- Beim ersten Aufpumpen
- Beim Einlagern
Richtige Antwort: Beim ersten Aufpumpen
Beim ersten Befüllen zeigen sich Montagefehler und Schäden.
Lärm und Gehörschutz
Schutzausrüstung gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden: Unterweisung mit praktischen Übungen nötig (DGUV Vorschrift 1 § 31).
Worum es geht
Bei Abgasuntersuchung, auf Leistungsprüfständen und beim Ausbeulen wird es sehr laut. Lärm kann zu bleibender Lärmschwerhörigkeit führen. Er stört außerdem den Schlaf und erhöht den Blutdruck.
Die Grenzwerte
Ab einem Tageslärmpegel von 80 dB(A) informiert der Betrieb Sie und stellt Gehörschutz bereit. Ab 85 dB(A) müssen Sie Gehörschutz tragen. Lärmbereiche werden gekennzeichnet.
Technik zuerst
Leisere Verfahren und Geräte haben Vorrang vor Gehörschutz. Halten Sie sich nicht unnötig in Lärmbereichen auf.
Gehörschutz richtig benutzen
Setzen Sie Stöpsel so ein, wie es Ihnen gezeigt wurde. Schaumstoffstöpsel wechseln Sie mindestens täglich. Kapseln reinigen Sie regelmäßig. Die richtige Benutzung wird mit Ihnen geübt.
Vorsorge
Über 80 dB(A) bietet der Betrieb eine arbeitsmedizinische Vorsorge an, ab 85 dB(A) veranlasst er eine Pflichtvorsorge. Nehmen Sie die Termine wahr.
Beispielfrage
Ab welchem Tageslärmpegel müssen Sie Gehörschutz tragen?
- Ab 70 dB(A)
- Ab 85 dB(A)
- Ab 120 dB(A)
Richtige Antwort: Ab 85 dB(A)
Ab 80 dB(A) wird Gehörschutz bereitgestellt, ab 85 dB(A) ist Tragen Pflicht.
Hybrid- und Elektrofahrzeuge – was Sie wissen müssen
Worum es geht
Hybrid- und Elektrofahrzeuge haben Hochvolt-Systeme mit Spannungen weit über der Gefahrengrenze. Ein Fehler kann zu Stromschlag oder Lichtbogen führen. Die Folgen sind schwere Verletzungen oder der Tod.
Woran Sie Hochvolt erkennen
Hochvolt-Kabel sind orange. Hochvolt-Bauteile tragen Warnaufkleber. Auch in normalen Fahrzeugen gibt es Hochvolt-Teile, zum Beispiel Vorschaltgeräte für Xenonlicht.
Wer was darf
Allgemeine Arbeiten wie Ölwechsel, Reifenwechsel oder Arbeiten an der Abgasanlage machen unterwiesene Beschäftigte. Arbeiten am Hochvolt-System selbst machen nur Fachkundige mit Zusatzqualifikation. Sie schalten das System nach Herstellervorgabe spannungsfrei.
Finger weg von Orange
Berühren, lösen oder beschädigen Sie keine orangefarbenen Kabel und Hochvolt-Abdeckungen. Sehen Sie eine Beschädigung, hören Sie auf und melden Sie es der fachkundigen Person.
Kennzeichnung und Absperrung
Fahrzeuge, an deren Hochvolt-System gearbeitet wird, sind gekennzeichnet und abgesperrt. Betreten Sie den Bereich nicht ohne Auftrag.
Unfallfahrzeuge und beschädigte Batterien
Den Zustand eines verunfallten Elektrofahrzeugs beurteilt eine fachkundige Person. Fahrzeuge mit beschädigter Hochvolt-Batterie kommen an den dafür festgelegten Abstellort.
Beispielfrage
Woran erkennen Sie Hochvolt-Kabel?
- An der blauen Farbe
- An der orangen Farbe
- Man kann sie nicht erkennen
Richtige Antwort: An der orangen Farbe
Die Hersteller kennzeichnen Hochvolt-Kabel einheitlich orange.
Erste Hilfe, Notruf und Unfallmeldung
Worum es geht
Bei einem Unfall zählt jede Minute. Erste Hilfe beginnt am Unfallort und endet erst, wenn der Rettungsdienst übernimmt. Jede Person im Betrieb ist ein Glied dieser Rettungskette. Sie müssen nicht Ärztin oder Arzt sein, um zu helfen.
Was Sie in Ihrem Betrieb wissen müssen
- Wer bei uns Ersthelferin oder Ersthelfer ist. - Wo der Verbandkasten und weiteres Erste-Hilfe-Material liegen. - Wo und wie Sie einen Notruf absetzen. - Wem Sie einen Unfall melden. Diese Angaben stehen auf dem Aushang zur Ersten Hilfe. Sehen Sie ihn sich an.
Sofortmaßnahmen
Sichern Sie zuerst die Unfallstelle ab und bringen Sie Verletzte aus der Gefahrenzone, wenn das ohne Gefahr für Sie möglich ist. Setzen Sie dann den Notruf ab. Bis Hilfe kommt: bei Bedarf Herz-Lungen-Wiederbelebung, starke Blutungen stillen, stabile Seitenlage, Betroffene betreuen. Bringen Sie sich selbst nicht in erhebliche Gefahr.
Der Notruf 112
Die Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr ist bundesweit 112. Sagen Sie zuerst, wo der Notfall ist: Ort, Straße, Hausnummer, Gebäude, Stockwerk. Legen Sie dann nicht auf. Die Leitstelle stellt Fragen, zum Beispiel was passiert ist und wie viele Verletzte es gibt.
Jeden Unfall melden
Melden Sie jeden Unfall sofort Ihrer verantwortlichen Person, auch wenn er klein wirkt. Kann die verletzte Person das nicht selbst, meldet ihn die Person, die zuerst davon erfährt. Der Betrieb muss schwere Unfälle mit mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit der Berufsgenossenschaft anzeigen. Dafür braucht er Ihre Meldung.
Eintrag ins Verbandbuch
Jede Erste-Hilfe-Leistung wird dokumentiert, zum Beispiel im Verbandbuch oder Meldeblock. Eingetragen werden Zeit, Ort, Hergang, Art der Verletzung, die geleistete Hilfe und die Namen von Verletzten, Zeugen und Helfenden. Der Eintrag ist Ihr Nachweis, falls aus einer kleinen Verletzung später eine größere wird. Er wird fünf Jahre vertraulich aufbewahrt.
Zum Arzt nach einem Arbeitsunfall
Wenn Sie nach einem Arbeits- oder Wegeunfall über den Unfalltag hinaus nicht arbeiten können oder die Behandlung voraussichtlich länger als eine Woche dauert, gehen Sie zu einem Durchgangsarzt. Sagen Sie in der Praxis immer, dass es ein Arbeitsunfall war. Bei Verletzungen an Augen oder Hals, Nase, Ohren gehen Sie zu einer Fachärztin oder einem Facharzt dieses Gebiets.
Ersthelfer werden
Ersthelferinnen und Ersthelfer werden bei einer von der Berufsgenossenschaft anerkannten Stelle ausgebildet und in der Regel alle zwei Jahre fortgebildet. Beschäftigte sollen sich dafür ausbilden lassen, wenn keine persönlichen Gründe dagegen sprechen. Sprechen Sie Ihre verantwortliche Person an.
Beispielfrage
Welche Nummer wählen Sie für Rettungsdienst und Feuerwehr?
- 110
- 112
- 116 117
Richtige Antwort: 112
Die 112 ist bundesweit die Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr.
Brandschutz, Fluchtwege und Verhalten im Brandfall
Worum es geht
Ein Brand breitet sich schnell aus, und Rauch ist oft gefährlicher als die Flammen. Sie lernen hier, wie Sie Brände vermeiden, wie Sie im Ernstfall hinauskommen und wann Sie selbst löschen dürfen.
Fluchtwege kennen
Fluchtwege und Notausgänge sind mit grünen Schildern gekennzeichnet, die auch im Dunkeln sichtbar sind. Wo ein Flucht- und Rettungsplan hängt, zeigt er Ihren Weg nach draußen, die Feuerlöscher und die Sammelstelle. Gehen Sie Ihre Fluchtwege einmal bewusst ab, damit Sie sie im Ernstfall finden.
Fluchtwege freihalten
Fluchtwege und Notausgänge müssen immer frei sein, auch für kurze Zeit. Stellen Sie dort keine Kartons, Wagen oder Möbel ab. Notausgänge dürfen nicht abgeschlossen sein, solange Menschen im Gebäude sind. Sie müssen sich von innen ohne Schlüssel öffnen lassen. Achten Sie auch draußen darauf, dass vor Notausgängen nichts steht.
Wenn es brennt
1. Ruhe bewahren. 2. Andere warnen und Alarm auslösen. Nehmen Sie jeden Alarm ernst, auch wenn Sie eine Übung vermuten. 3. Feuerwehr über 112 rufen: wo es brennt und was brennt. Auf Rückfragen warten. 4. Kleine Entstehungsbrände nur löschen, wenn Sie sich dabei nicht gefährden. 5. Breitet sich der Brand aus: sofort raus. Menschenleben gehen vor.
Richtig flüchten
Folgen Sie den gekennzeichneten Fluchtwegen und benutzen Sie keine Aufzüge. Bei Rauch bewegen Sie sich gebückt fort, weil die Luft unten besser ist. Helfen Sie Menschen mit Behinderung und Ortsfremden, und gehen Sie zur Sammelstelle, damit niemand vermisst wird.
Feuerlöscher
Feuerlöscher hängen an Stellen mit dem roten Zeichen „Feuerlöscher“. Stellen Sie nichts davor. Nicht jeder Löscher passt zu jedem Brand. Für brennendes Fett und Öl in Fritteusen gibt es eigene Löscher der Brandklasse F. Ein Prüfvermerk am Löscher zeigt die letzte Wartung. Fehlt er oder ist der Löscher beschädigt, melden Sie das.
Brandschutzhelfer
Ihr Betrieb benennt Brandschutzhelferinnen und Brandschutzhelfer. Sie werden im Umgang mit Feuerlöschern unterwiesen und üben das Löschen praktisch. Fragen Sie nach, wer das bei Ihnen ist.
Brände vermeiden
Viele Brände entstehen an elektrischen Geräten. Halten Sie Lüftungsschlitze frei und lassen Sie Geräte, die heiß werden, nicht unbeobachtet laufen. Stecken Sie keine Mehrfachsteckdosen hintereinander und schalten Sie Geräte nach Gebrauch ganz aus.
Beispielfrage
Vor einem Notausgang sollen kurz Kartons abgestellt werden. Was ist richtig?
- Für eine Stunde ist das in Ordnung
- Notausgänge müssen immer frei bleiben
- Nur nachts ist das erlaubt
Richtige Antwort: Notausgänge müssen immer frei bleiben
Fluchtwege und Notausgänge müssen ständig frei sein. Ein Brand kündigt sich nicht an.
Elektrische Geräte sicher benutzen
Worum es geht
Beschädigte Kabel, Stecker und Geräte können einen Stromschlag oder einen Brand auslösen. Viele Schäden sehen Sie mit bloßem Auge, wenn Sie kurz hinschauen.
Vor jeder Benutzung ansehen
Sehen Sie sich Gerät, Kabel und Stecker vor der Benutzung kurz an. Achten Sie auf gebrochene Gehäuse, Quetschungen oder Risse am Kabel, lose Stecker und Schmorspuren.
Schäden melden, Gerät nicht benutzen
Ein beschädigtes Gerät nehmen Sie sofort außer Betrieb und melden den Schaden. Kleben Sie Kabel nicht mit Isolierband. Reparieren dürfen nur Elektrofachleute.
Prüfplakette
Viele Geräte tragen eine Plakette mit dem nächsten Prüftermin. Daran sehen Sie, ob das Gerät geprüft ist. Die Plakette ersetzt nicht Ihren eigenen Blick. Ein Schaden kann jederzeit neu entstehen.
Mehrfachsteckdosen und Kabeltrommeln
Stecken Sie keine Mehrfachsteckdosen hintereinander. Schließen Sie nicht mehrere große Verbraucher gleichzeitig an eine Mehrfachsteckdose an, zum Beispiel Herd, Spülmaschine oder Waschmaschine. Rollen Sie Kabeltrommeln vor der Benutzung ganz ab. Sonst kann das Kabel heiß werden.
Wärme und Wasser
Halten Sie Lüftungsschlitze frei. Stellen Sie keine Pflanzen oder Getränke auf Geräte. Geräte, die heiß werden, wie Herd, Grill oder Bügeleisen, lassen Sie im Betrieb nicht unbeobachtet. Schalten Sie Geräte nach Gebrauch ganz aus statt im Stand-by zu lassen.
Beispielfrage
Wann sehen Sie sich ein elektrisches Gerät auf Schäden an?
- Vor jeder Benutzung
- Einmal im Jahr
- Nur wenn es nicht mehr funktioniert
Richtige Antwort: Vor jeder Benutzung
Vor der Benutzung soll jedes Gerät auf erkennbare Mängel angesehen werden.
Quellen und Stand
Vorlagenstand: 2026-11-01. Die Texte der Unterweisungsmappe beruhen auf den folgenden Handlungshilfen und ersetzen keine Prüfung der Verhältnisse in Ihrem Betrieb.
- § 14 GefStoffV: Unterrichtung und Unterweisung
- § 14 BioStoffV: Betriebsanweisung und Unterweisung
- DGUV Vorschrift 1, § 31: besondere Unterweisungen
- § 12 ArbSchG: Unterweisung
- DGUV Regel 100-001, Abschnitt 2.3: Unterweisung
- DGUV Information 209-007: Fahrzeuginstandhaltung (August 2018, aktualisiert August 2019)
- DGUV Information 208-040: Beschaffen und Betreiben von Fahrzeughebebühnen (Dezember 2022)
- BGHM Arbeitsschutz Kompakt Nr. 047: Arbeiten mit Fahrzeughebebühnen
- BGHM Arbeitsschutz Kompakt Nr. 052: Arbeiten in Bereichen mit Abgasen von Verbrennungsmotoren
- BGHM Arbeitsschutz Kompakt Nr. 021: Arbeiten an Hochvoltsystemen – PKW
- BG BAU Baustein-Merkheft 401 (2021), Baustein E 609 Gehörschutz
- DGUV Information 203-071 Wiederkehrende Prüfungen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel – Organisation durch den Unternehmer (Januar 2020)
- DGUV Information 203-049 Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel – Praxistipps für Betriebe (2009)
Unterweisungsthemen aller Branchen und Fristen der Unterweisung.
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