Unterweisung Gastronomie und Küche
Für Gastronomie und Küche enthält diese Vorlage Unterweisungstexte zu Sicher mit Messern arbeiten, Aufschnittmaschine, Gemüseschneider und Wolf, Heißes Fett, Dampf und Brandschutz in der Küche sowie allgemeine Arbeitsschutzthemen. Sie können alle Texte und je eine Verständnisfrage unten lesen und an die Arbeitsplätze Ihres Betriebs anpassen.
Themen der Vorlage
- Sicher mit Messern arbeiten
- Aufschnittmaschine, Gemüseschneider und Wolf
- Heißes Fett, Dampf und Brandschutz in der Küche
- Rutschen und Stolpern in Küche und Betrieb
- Reinigungs- und Spülmittel sicher verwenden
- Hautschutz und Händehygiene
- Lager, Transport und Kühlräume
- Service, Ausgabe, Ausschank und Umgang mit Gästen
- Erste Hilfe, Notruf und Unfallmeldung
- Brandschutz, Fluchtwege und Verhalten im Brandfall
- Elektrische Geräte sicher benutzen
Wählen Sie anhand Ihrer Gefährdungsbeurteilung für Gastronomie und Küche die passenden Themen aus. Ergänzen Sie die betrieblichen Abläufe und Ansprechpersonen. § 12 ArbSchG verlangt Anweisungen und Erläuterungen zum jeweiligen Arbeitsplatz oder Aufgabenbereich.
Texte besprechen und Verständnis prüfen
Die Texte dienen zur Vorbereitung. Nach DGUV Regel 100-001, Abschnitt 2.3.1, müssen Rückfragen an die unterweisende Person möglich sein und die Inhalte verstanden werden. Ergänzen Sie den digitalen Teil durch ein Nachgespräch und erforderliche praktische Vermittlung.
Zur Form: Wann eine Online-Unterweisung ausreicht. Zur Dokumentation: Unterweisungsnachweis mit Inhalten und Teilnehmenden.
Sicher mit Messern arbeiten
Worum es geht
Schnittverletzungen mit Messern sind ein Unfallschwerpunkt im Gastgewerbe. Häufigste Ursache ist Unaufmerksamkeit, oft unter Zeitdruck. Nehmen Sie sich vor dem Schneiden einen kurzen Moment, um sich auf die Arbeit zu konzentrieren.
Das richtige Messer
Wählen Sie ein Messer, dessen Form zur Aufgabe passt. Ein scharfes Messer ist sicherer als ein stumpfes, weil Sie weniger Kraft brauchen und es seltener abrutscht.
Arbeitsplatz
Schneiden Sie auf einer rutschfesten, nachgiebigen Unterlage, nicht auf Glas, Metall oder Keramik. Die Arbeitshöhe liegt gut, wenn die Unterlage etwa eine Handbreit unter Ihrem Ellenbogen ist; nutzen Sie Höhenausgleich oder verstellbare Tische. Sorgen Sie für gutes Licht.
Krallengriff
Halten Sie das Schneidgut im Krallengriff: Fingerspitzen nach innen, Daumen und kleiner Finger hinter der Schneidkante. Das Messer gleitet an den Fingerknöcheln entlang.
Tragen, Weitergeben, Ablegen
Tragen Sie ein Messer mit der Klinge nach unten und hinten. Geben Sie es am besten durch Ablegen weiter; reichen Sie es direkt, dann mit dem Griff voran und der Schneide nach unten. Legen Sie Messer in Halter oder Messerblock, nie lose in Schubladen oder auf den Tisch.
Reinigen
Messer gehören nicht in die Spülmaschine und nicht zum Einweichen ins Spülbecken. Reinigen Sie sie unter fließendem Wasser mit Bürste, Klinge vom Körper weg, vom Griff zur Spitze.
Schutzausrüstung
Beim Ausbeinen, Auslösen und Austernöffnen tragen Sie einen Stechschutzhandschuh an der Hand ohne Messer, gegebenenfalls auch eine Stechschutzschürze. Beim Aufräumen von Scherben tragen Sie schnitthemmende Handschuhe und nehmen Schaufel und Besen.
Beispielfrage
Was ist laut BGN die häufigste Ursache von Messerunfällen in der Küche?
- Unaufmerksamkeit
- Zu scharfe Messer
- Zu große Schneidbretter
- Kalte Hände
Richtige Antwort: Unaufmerksamkeit
Unaufmerksamkeit, oft durch Zeitdruck und Stress, führt am häufigsten zu Schnittverletzungen.
Aufschnittmaschine, Gemüseschneider und Wolf
Die Handgriffe müssen zusätzlich vor Ort gezeigt und geübt werden.
Worum es geht
Schneide- und Zerkleinerungsmaschinen haben scharfe, schnell laufende Messer. Ihre Schutzeinrichtungen verhindern, dass Finger in den Gefahrenbereich kommen. Dieser digitale Teil bereitet die Einweisung an der Maschine vor; die Bedienung üben Sie praktisch mit der verantwortlichen Person.
Schutzeinrichtungen
An der Aufschnittmaschine sind Messerschutzring, Restehalter und Fingerschutz am Schlitten vorhanden. Gemüseschneider haben Trichter, Zuführschacht oder Andrücker, die mit dem Antrieb verriegelt sind. Arbeiten Sie nie mit fehlenden, beschädigten oder überbrückten Schutzeinrichtungen und melden Sie Mängel sofort.
Richtig bedienen
Schneiden Sie nur geeignete Produkte. Benutzen Sie den Restehalter und greifen Sie nicht unter ihn. Drücken Sie Schneidgut immer mit dem passenden Stopfer nach, nie mit der Hand.
Am Wolf
Schalten Sie den Wolf aus, bevor Sie Fleisch am Auslauf abstreifen. Achten Sie darauf, dass der Messersatz mit der letzten Lochscheibe richtig eingesetzt ist. Nehmen Sie die Schnecke nur mit Ausziehklaue oder Ausstoßer heraus.
Reinigen und Messer ausbauen
Schalten Sie die Maschine aus und sichern Sie sie gegen Einschalten. Tragen Sie beim Aus- und Einbau von Messern und Messersätzen schnitthemmende Handschuhe.
Aufstellung und Kleidung
Vor der Maschine darf kein Verkehrsweg und kein anderer Arbeitsplatz liegen. Tragen Sie an Maschinen mit drehenden Teilen eng anliegende Kleidung und keinen Schmuck.
Jugendliche
Jugendliche arbeiten an Schneidemaschinen nur, wenn es für die Ausbildung nötig ist, und nur unter Aufsicht einer fachkundigen Person.
Beispielfrage
Wie drücken Sie Gemüse im Gemüseschneider nach?
- Mit den Fingern
- Mit einem Löffel
- Mit einem Messer
- Mit dem passenden Stopfer
Richtige Antwort: Mit dem passenden Stopfer
Nur der Stopfer hält die Hand sicher aus dem Bereich der Schneidwerkzeuge.
Heißes Fett, Dampf und Brandschutz in der Küche
Worum es geht
Verbrennungen und Verbrühungen gehören zu den typischen Küchenunfällen. Überhitztes Fett kann sich selbst entzünden, und Wasser in heißem Fett führt zu einer Fettexplosion.
Fritteuse und Wok
Lassen Sie Fritteusen und Woks nie unbeaufsichtigt. Füllen Sie nur bis zur Markierung und wechseln Sie altes Fett rechtzeitig, denn mit dem Alter sinkt seine Entzündungstemperatur.
Kein Wasser ins Fett
Halten Sie Wasser, nasses Gargut und Behälter mit Flüssigkeit vom heißen Fett fern. Hängen Sie nichts über Fritteuse oder Wok, das hineinfallen kann.
Fettbrand löschen
Löschen Sie einen Fettbrand nie mit Wasser. Verwenden Sie den Fettbrandlöscher der Brandklasse F und schalten Sie die Energie ab, zum Beispiel über die zentrale Netztrenneinrichtung. Merken Sie sich, wo Löscher und Notschalter hängen.
Dampf und Heißluftdämpfer
Schieben Sie Behälter mit Flüssigkeit nur in Ebenen, die Sie noch einsehen können. Öffnen Sie Druckgargeräte erst nach dem Druckausgleich. Halten Sie beim Öffnen von Türen und Deckeln Abstand vom austretenden Dampf.
Altfett ablassen
Lassen Sie Fett nur in hitzebeständige, ausreichend große Auffangbehälter mit Griff ab, nicht in Kunststoffeimer. Transportieren Sie heißes Fett nur mit dicht schließendem Deckel.
Heiße Oberflächen und schwere Töpfe
Tragen Sie eine langärmelige Kochjacke und benutzen Sie an Grills wärmeisolierende Handschuhe und die vorgesehenen Haken. Heben Sie große Töpfe mit heißem Inhalt zu zweit. Legen Sie keine Metallgegenstände auf Induktionsfelder.
Beispielfrage
In der Fritteuse brennt das Fett. Was tun Sie?
- Mit Wasser löschen
- Mehl darüberstreuen
- Mit dem Fettbrandlöscher (Brandklasse F) löschen und die Energie abschalten
- Den Korb herausziehen
Richtige Antwort: Mit dem Fettbrandlöscher (Brandklasse F) löschen und die Energie abschalten
Wasser verdampft schlagartig und schleudert brennendes Fett heraus; F-Löscher sind dafür gemacht.
Rutschen und Stolpern in Küche und Betrieb
Worum es geht
Sturz- und Rutschunfälle kommen in allen Küchenbereichen vor. Wasser, Fett, Gemüse- und Fleischreste machen Böden glatt.
Sofort aufwischen
Entfernen Sie Fett, Öl, Wasser und Speisereste sofort vom Boden. Arbeiten Sie beim Umfüllen von Altfett sauber.
Die richtigen Schuhe
Tragen Sie Schuhe, die fest sitzen, vorn geschlossen sind, die Ferse halten und eine rutschhemmende Sohle mit mäßigem Absatz haben. Das gilt auch im Sommer. Beim Umgang mit schwerem Kochgeschirr oder schweren Gebinden sind Sicherheitsschuhe vorgesehen.
Nach dem Reinigen
Wischen Sie den Boden nach dem Reinigen möglichst trocken. Sperren Sie nasse Bereiche ab oder stellen Sie ein Warnschild auf.
Wege freihalten
Halten Sie Verkehrswege, Treppen und Notausgänge frei, auch während einer Lieferung. Legen Sie keine Schläuche oder Kartons in die Laufwege und tragen Sie nur so viel, dass Sie den Weg sehen.
Hoch hinaus
Benutzen Sie zum Reinigen von Ablufthauben oder hohen Regalen nur standsichere Tritte oder Leitern mit rutschhemmenden Stufen, keine Kisten oder Stühle. Steigen Sie nicht an Abfallcontainern auf Paletten oder Kisten.
Beispielfrage
Ihnen fällt etwas Öl auf den Boden. Was tun Sie?
- Später aufwischen, wenn weniger los ist
- Sofort entfernen
- Mit Papier abdecken
- Den Kollegen Bescheid sagen und weiterarbeiten
Richtige Antwort: Sofort entfernen
Jede Minute mit Fett auf dem Boden ist eine Sturzgefahr.
Reinigungs- und Spülmittel sicher verwenden
Gefahrstoffe: mündliche Unterweisung am Arbeitsplatz nötig, Teilnahme per Unterschrift bestätigen (GefStoffV § 14).
Worum es geht
Spülmaschinenreiniger, Grill- und Backofenreiniger und viele Desinfektionsmittel sind ätzend oder reizend. In der Spülküche passieren immer wieder Unfälle mit diesen Gefahrstoffen. Dieser digitale Teil bereitet die mündliche Unterweisung anhand der Betriebsanweisung vor; diese bestätigen Sie mit Ihrer Unterschrift.
Betriebsanweisung
Für jedes gefährliche Mittel gibt es eine Betriebsanweisung an der Arbeitsstelle. Sie sagt, welche Gefahren bestehen, welche Schutzausrüstung Sie tragen und was im Notfall zu tun ist. Achten Sie auf Gefahrenpiktogramme wie „Ätzwirkung“ auf dem Etikett.
Gebinde wechseln
Wechseln Sie Gebinde an der Spülmaschine nur so, wie es in der Betriebsanweisung steht. Tragen Sie dabei die vorgeschriebene Schutzbrille und Schutzhandschuhe.
Richtig dosieren
Dosieren Sie genau nach Vorgabe, nicht nach dem Prinzip „viel hilft viel“. Nutzen Sie die bereitgestellten Dosier- und Umfüllhilfen.
Dämpfe vermeiden
Beim Reinigen von Heißluftdämpfern, Backöfen und in geschlossenen Räumen wie Kühlräumen können Dämpfe und Aerosole entstehen. Sorgen Sie für Lüftung und nutzen Sie Sprühlanzen statt Hochdruckreiniger. Reinigen Sie Geräte nur so, wie es die Betriebsanleitung vorsieht, und nie bei laufender Maschine.
Lärm in der Spülküche
Legen Sie Geschirr und Besteck ab, statt es zu werfen. Wenn Ihr Betrieb Gehörschutz bereitstellt, benutzen Sie ihn.
Im Notfall
Spülen Sie Spritzer in den Augen sofort lange mit Wasser und lassen Sie sich ärztlich versorgen. Die Erste-Hilfe-Schritte für das jeweilige Mittel stehen in der Betriebsanweisung.
Beispielfrage
Wo finden Sie die Schutzmaßnahmen für den Spülmaschinenreiniger?
- Nur beim Lieferanten
- Auf der Speisekarte
- Nirgends
- In der Betriebsanweisung an der Arbeitsstelle
Richtige Antwort: In der Betriebsanweisung an der Arbeitsstelle
Die Betriebsanweisung ist die Grundlage für den sicheren Umgang und die Unterweisung.
Hautschutz und Händehygiene
Worum es geht
In der Küche waschen und desinfizieren Sie oft die Hände, tragen dichte Handschuhe oder arbeiten im Nassen. Das belastet die Haut und kann zu Hauterkrankungen führen. Gesunde Haut ist Voraussetzung für gute Hygiene.
Der Hautschutz- und Hygieneplan
Im Plan Ihres Betriebs steht, wann Sie Hände waschen oder desinfizieren, wann Sie Schutz- oder Pflegecreme auftragen und wann Handschuhe nötig sind.
Waschen oder desinfizieren
Waschen Sie die Hände bei Arbeitsbeginn, bei sichtbarem Schmutz und nach der Toilette, mit mildem, pH-hautneutralem Mittel und handwarmem Wasser. Sind die Hände nicht sichtbar schmutzig, reicht meist die Händedesinfektion; sie schont die Haut mehr als Waschen.
Schützen und pflegen
Tragen Sie vor und während der Arbeit eine lebensmittelgeeignete Hautschutzcreme auf. Pflegen Sie die Hände nach der Arbeit und vor längeren Pausen. Vergessen Sie Fingerzwischenräume, Nagelfalze und Handgelenke nicht.
Handschuhe
Tragen Sie dichte Handschuhe so lange wie nötig und so kurz wie möglich. Cremen Sie die Hände nicht unmittelbar vor dem Anziehen ein. Bei reizenden oder allergenen Lebensmitteln wie bestimmten Früchten oder Fisch sowie bei aggressiven Reinigungsmitteln sind Handschuhe sinnvoll.
Mehl und Abfälle
Verteilen Sie Mehl durch Sieben oder Verreiben, nicht durch Werfen, um Mehlstaub zu vermeiden. Waschen Sie nach dem Umgang mit organischen Abfällen und vor Pausen die Hände.
Vorsorge
Bei regelmäßiger Feuchtarbeit bietet Ihr Betrieb eine arbeitsmedizinische Vorsorge an oder veranlasst sie. Melden Sie Hautprobleme früh.
Beispielfrage
Ihre Hände sind nicht sichtbar schmutzig, müssen aber hygienisch sauber sein. Was ist hautschonender?
- Mit Seife schrubben
- Mit heißem Wasser waschen
- Hände desinfizieren
- Mit Spülmittel waschen
Richtige Antwort: Hände desinfizieren
Die Händedesinfektion belastet die Haut weniger als häufiges Waschen.
Lager, Transport und Kühlräume
Worum es geht
Bei Anlieferung und Lagerung drohen Rückenbelastung, Fußverletzungen, herabfallendes Lagergut, Schnitte an Kartons und Gefahren im Kühlraum.
Heben und Tragen
Nutzen Sie Sackkarre, Wagen oder Hubwagen. Tragen Sie schwere Lasten ohne Hilfsmittel zu zweit. Tragen Sie Sicherheitsschuhe, wenn Sie schwere Gebinde transportieren oder einlagern.
Richtig lagern
Lagern Sie Schweres unten und Leichtes oben. Sichern Sie Dinge, die umkippen oder wegrollen können. Halten Sie Treppen, Wege und Notausgänge frei.
Kartons öffnen
Öffnen Sie Kartons und Umreifungen mit dem Sicherheitsmesser, dessen Klinge sich selbst zurückzieht oder verdeckt ist. Schnitthemmende Handschuhe schützen vor scharfen Kanten.
Kühlraum
Kühlraumtüren lassen sich von innen öffnen; prüfen Sie trotzdem vor dem Abschließen, dass niemand mehr drin ist. Ziehen Sie bei längeren Arbeiten wie Einlagern oder Inventur die bereitgestellte warme Kleidung an.
Rauchen und Brandlast
Rauchen Sie nicht im Anlieferungs- und Lagerbereich; dort lagern Kartons, Papier und Kunststoff.
Beispielfrage
Wie bringen Sie mehrere schwere Getränkekisten ins Lager?
- Mit Sackkarre oder Wagen
- Alle auf einmal tragen
- Über den Boden schieben
- Werfen
Richtige Antwort: Mit Sackkarre oder Wagen
Transporthilfen entlasten Rücken und Gelenke.
Service, Ausgabe, Ausschank und Umgang mit Gästen
Worum es geht
Im Service belasten Tragen, ungünstige Haltungen, heiße Behälter, Zeitdruck und schwierige Gäste. Am Ausschank kommt die Gefahr durch Kohlendioxid aus der Schankanlage dazu.
Rücken entlasten
Nutzen Sie Transportwagen. Richten Sie sich so ein, dass Sie an Kasse und Ausgabe ohne Verdrehen arbeiten. Wechseln Sie, wenn möglich, zwischen Ausgabe und Kasse.
Heiße Behälter
Fassen Sie heiße Gastronormbehälter nur mit Hitzeschutz an. Achten Sie auf Dampf und Wärmelampen an der Ausgabe.
Schankanlage und Kohlendioxid
Austretendes Kohlendioxid kann in Kellern und Lagerräumen zum Ersticken führen. Wechseln Sie Flaschen nur nach der ausgehängten Anweisung, stellen Sie sie senkrecht und gegen Umfallen gesichert auf. Wenn die Gaswarnanlage Alarm gibt, verlassen Sie den Raum sofort und betreten ihn nicht wieder, bis er freigegeben ist.
Schwierige Gäste
Bleiben Sie bei Beschwerden ruhig und holen Sie bei Aggression Ihre verantwortliche Person dazu. Ihr Betrieb legt fest, wie Sie sich bei Beleidigungen, Übergriffen oder Überfällen verhalten; melden Sie solche Vorfälle.
Zeitdruck und Pausen
Klare Aufgabenverteilung und eingehaltene Pausen helfen in Stoßzeiten. Sprechen Sie dauerhafte Überlastung bei Ihrer verantwortlichen Person an.
Ausliefern
Halten Sie sich auch unter Zeitdruck an die Verkehrsregeln. Tragen Sie auf Fahrrad, E-Bike oder Roller einen Helm und gut sichtbare Kleidung.
Beispielfrage
Die Gaswarnanlage im Getränkekeller gibt Alarm. Was tun Sie?
- Schnell noch die Flasche fertig wechseln
- Den Alarm ausschalten
- Den Raum sofort verlassen und nicht wieder betreten, bis er freigegeben ist
- Ein Fenster suchen und weiterarbeiten
Richtige Antwort: Den Raum sofort verlassen und nicht wieder betreten, bis er freigegeben ist
Kohlendioxid verdrängt den Sauerstoff; schon kurze Zeit im Raum kann lebensgefährlich sein.
Erste Hilfe, Notruf und Unfallmeldung
Worum es geht
Bei einem Unfall zählt jede Minute. Erste Hilfe beginnt am Unfallort und endet erst, wenn der Rettungsdienst übernimmt. Jede Person im Betrieb ist ein Glied dieser Rettungskette. Sie müssen nicht Ärztin oder Arzt sein, um zu helfen.
Was Sie in Ihrem Betrieb wissen müssen
- Wer bei uns Ersthelferin oder Ersthelfer ist. - Wo der Verbandkasten und weiteres Erste-Hilfe-Material liegen. - Wo und wie Sie einen Notruf absetzen. - Wem Sie einen Unfall melden. Diese Angaben stehen auf dem Aushang zur Ersten Hilfe. Sehen Sie ihn sich an.
Sofortmaßnahmen
Sichern Sie zuerst die Unfallstelle ab und bringen Sie Verletzte aus der Gefahrenzone, wenn das ohne Gefahr für Sie möglich ist. Setzen Sie dann den Notruf ab. Bis Hilfe kommt: bei Bedarf Herz-Lungen-Wiederbelebung, starke Blutungen stillen, stabile Seitenlage, Betroffene betreuen. Bringen Sie sich selbst nicht in erhebliche Gefahr.
Der Notruf 112
Die Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr ist bundesweit 112. Sagen Sie zuerst, wo der Notfall ist: Ort, Straße, Hausnummer, Gebäude, Stockwerk. Legen Sie dann nicht auf. Die Leitstelle stellt Fragen, zum Beispiel was passiert ist und wie viele Verletzte es gibt.
Jeden Unfall melden
Melden Sie jeden Unfall sofort Ihrer verantwortlichen Person, auch wenn er klein wirkt. Kann die verletzte Person das nicht selbst, meldet ihn die Person, die zuerst davon erfährt. Der Betrieb muss schwere Unfälle mit mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit der Berufsgenossenschaft anzeigen. Dafür braucht er Ihre Meldung.
Eintrag ins Verbandbuch
Jede Erste-Hilfe-Leistung wird dokumentiert, zum Beispiel im Verbandbuch oder Meldeblock. Eingetragen werden Zeit, Ort, Hergang, Art der Verletzung, die geleistete Hilfe und die Namen von Verletzten, Zeugen und Helfenden. Der Eintrag ist Ihr Nachweis, falls aus einer kleinen Verletzung später eine größere wird. Er wird fünf Jahre vertraulich aufbewahrt.
Zum Arzt nach einem Arbeitsunfall
Wenn Sie nach einem Arbeits- oder Wegeunfall über den Unfalltag hinaus nicht arbeiten können oder die Behandlung voraussichtlich länger als eine Woche dauert, gehen Sie zu einem Durchgangsarzt. Sagen Sie in der Praxis immer, dass es ein Arbeitsunfall war. Bei Verletzungen an Augen oder Hals, Nase, Ohren gehen Sie zu einer Fachärztin oder einem Facharzt dieses Gebiets.
Ersthelfer werden
Ersthelferinnen und Ersthelfer werden bei einer von der Berufsgenossenschaft anerkannten Stelle ausgebildet und in der Regel alle zwei Jahre fortgebildet. Beschäftigte sollen sich dafür ausbilden lassen, wenn keine persönlichen Gründe dagegen sprechen. Sprechen Sie Ihre verantwortliche Person an.
Beispielfrage
Welche Nummer wählen Sie für Rettungsdienst und Feuerwehr?
- 110
- 112
- 116 117
Richtige Antwort: 112
Die 112 ist bundesweit die Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr.
Brandschutz, Fluchtwege und Verhalten im Brandfall
Worum es geht
Ein Brand breitet sich schnell aus, und Rauch ist oft gefährlicher als die Flammen. Sie lernen hier, wie Sie Brände vermeiden, wie Sie im Ernstfall hinauskommen und wann Sie selbst löschen dürfen.
Fluchtwege kennen
Fluchtwege und Notausgänge sind mit grünen Schildern gekennzeichnet, die auch im Dunkeln sichtbar sind. Wo ein Flucht- und Rettungsplan hängt, zeigt er Ihren Weg nach draußen, die Feuerlöscher und die Sammelstelle. Gehen Sie Ihre Fluchtwege einmal bewusst ab, damit Sie sie im Ernstfall finden.
Fluchtwege freihalten
Fluchtwege und Notausgänge müssen immer frei sein, auch für kurze Zeit. Stellen Sie dort keine Kartons, Wagen oder Möbel ab. Notausgänge dürfen nicht abgeschlossen sein, solange Menschen im Gebäude sind. Sie müssen sich von innen ohne Schlüssel öffnen lassen. Achten Sie auch draußen darauf, dass vor Notausgängen nichts steht.
Wenn es brennt
1. Ruhe bewahren. 2. Andere warnen und Alarm auslösen. Nehmen Sie jeden Alarm ernst, auch wenn Sie eine Übung vermuten. 3. Feuerwehr über 112 rufen: wo es brennt und was brennt. Auf Rückfragen warten. 4. Kleine Entstehungsbrände nur löschen, wenn Sie sich dabei nicht gefährden. 5. Breitet sich der Brand aus: sofort raus. Menschenleben gehen vor.
Richtig flüchten
Folgen Sie den gekennzeichneten Fluchtwegen und benutzen Sie keine Aufzüge. Bei Rauch bewegen Sie sich gebückt fort, weil die Luft unten besser ist. Helfen Sie Menschen mit Behinderung und Ortsfremden, und gehen Sie zur Sammelstelle, damit niemand vermisst wird.
Feuerlöscher
Feuerlöscher hängen an Stellen mit dem roten Zeichen „Feuerlöscher“. Stellen Sie nichts davor. Nicht jeder Löscher passt zu jedem Brand. Für brennendes Fett und Öl in Fritteusen gibt es eigene Löscher der Brandklasse F. Ein Prüfvermerk am Löscher zeigt die letzte Wartung. Fehlt er oder ist der Löscher beschädigt, melden Sie das.
Brandschutzhelfer
Ihr Betrieb benennt Brandschutzhelferinnen und Brandschutzhelfer. Sie werden im Umgang mit Feuerlöschern unterwiesen und üben das Löschen praktisch. Fragen Sie nach, wer das bei Ihnen ist.
Brände vermeiden
Viele Brände entstehen an elektrischen Geräten. Halten Sie Lüftungsschlitze frei und lassen Sie Geräte, die heiß werden, nicht unbeobachtet laufen. Stecken Sie keine Mehrfachsteckdosen hintereinander und schalten Sie Geräte nach Gebrauch ganz aus.
Beispielfrage
Vor einem Notausgang sollen kurz Kartons abgestellt werden. Was ist richtig?
- Für eine Stunde ist das in Ordnung
- Notausgänge müssen immer frei bleiben
- Nur nachts ist das erlaubt
Richtige Antwort: Notausgänge müssen immer frei bleiben
Fluchtwege und Notausgänge müssen ständig frei sein. Ein Brand kündigt sich nicht an.
Elektrische Geräte sicher benutzen
Worum es geht
Beschädigte Kabel, Stecker und Geräte können einen Stromschlag oder einen Brand auslösen. Viele Schäden sehen Sie mit bloßem Auge, wenn Sie kurz hinschauen.
Vor jeder Benutzung ansehen
Sehen Sie sich Gerät, Kabel und Stecker vor der Benutzung kurz an. Achten Sie auf gebrochene Gehäuse, Quetschungen oder Risse am Kabel, lose Stecker und Schmorspuren.
Schäden melden, Gerät nicht benutzen
Ein beschädigtes Gerät nehmen Sie sofort außer Betrieb und melden den Schaden. Kleben Sie Kabel nicht mit Isolierband. Reparieren dürfen nur Elektrofachleute.
Prüfplakette
Viele Geräte tragen eine Plakette mit dem nächsten Prüftermin. Daran sehen Sie, ob das Gerät geprüft ist. Die Plakette ersetzt nicht Ihren eigenen Blick. Ein Schaden kann jederzeit neu entstehen.
Mehrfachsteckdosen und Kabeltrommeln
Stecken Sie keine Mehrfachsteckdosen hintereinander. Schließen Sie nicht mehrere große Verbraucher gleichzeitig an eine Mehrfachsteckdose an, zum Beispiel Herd, Spülmaschine oder Waschmaschine. Rollen Sie Kabeltrommeln vor der Benutzung ganz ab. Sonst kann das Kabel heiß werden.
Wärme und Wasser
Halten Sie Lüftungsschlitze frei. Stellen Sie keine Pflanzen oder Getränke auf Geräte. Geräte, die heiß werden, wie Herd, Grill oder Bügeleisen, lassen Sie im Betrieb nicht unbeobachtet. Schalten Sie Geräte nach Gebrauch ganz aus statt im Stand-by zu lassen.
Beispielfrage
Wann sehen Sie sich ein elektrisches Gerät auf Schäden an?
- Vor jeder Benutzung
- Einmal im Jahr
- Nur wenn es nicht mehr funktioniert
Richtige Antwort: Vor jeder Benutzung
Vor der Benutzung soll jedes Gerät auf erkennbare Mängel angesehen werden.
Quellen und Stand
Vorlagenstand: 2026-11-01. Die Texte der Unterweisungsmappe beruhen auf den folgenden Handlungshilfen und ersetzen keine Prüfung der Verhältnisse in Ihrem Betrieb.
- § 14 GefStoffV: Unterrichtung und Unterweisung
- § 14 BioStoffV: Betriebsanweisung und Unterweisung
- DGUV Vorschrift 1, § 31: besondere Unterweisungen
- § 12 ArbSchG: Unterweisung
- DGUV Regel 100-001, Abschnitt 2.3: Unterweisung
- DGUV Regel 110-003 „Branche Küchenbetriebe“ (April 2019)
- BGN Arbeitssicherheitsinformation ASI 7.10 „Sicherer Umgang mit Messern in Küchen“ (Online-Fassung)
- BGN/DEHOGA Branchenleitfaden „Hotels und Gaststätten – effizient und sicher führen“ (2. Ausgabe)
- ASR A2.3 Fluchtwege und Notausgänge (Ausgabe März 2022, zuletzt geändert 2024)
- ASR A2.2 Maßnahmen gegen Brände, Abschnitt 7 Organisation des betrieblichen Brandschutzes (Textfassung in der BGN-Vorschriftensammlung)
- BGN ASI 9.30 Brandschutz im Kleinbetrieb
- DGUV Information 203-071 Wiederkehrende Prüfungen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel – Organisation durch den Unternehmer (Januar 2020)
- DGUV Information 203-049 Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel – Praxistipps für Betriebe (2009)
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