Unterweisungsmappe

Unterweisung Einzelhandel

Für Einzelhandel enthält diese Vorlage Unterweisungstexte zu Ware heben, tragen und sauber halten, Paletten, Rollbehälter und Handhubwagen, Leitern und Tritte beim Verräumen sowie allgemeine Arbeitsschutzthemen. Sie können alle Texte und je eine Verständnisfrage unten lesen und an die Arbeitsplätze Ihres Betriebs anpassen.

Themen der Vorlage

Wählen Sie anhand Ihrer Gefährdungsbeurteilung für Einzelhandel die passenden Themen aus. Ergänzen Sie die betrieblichen Abläufe und Ansprechpersonen. § 12 ArbSchG verlangt Anweisungen und Erläuterungen zum jeweiligen Arbeitsplatz oder Aufgabenbereich.

Texte besprechen und Verständnis prüfen

Die Texte dienen zur Vorbereitung. Nach DGUV Regel 100-001, Abschnitt 2.3.1, müssen Rückfragen an die unterweisende Person möglich sein und die Inhalte verstanden werden. Ergänzen Sie den digitalen Teil durch ein Nachgespräch und erforderliche praktische Vermittlung.

Zur Form: Wann eine Online-Unterweisung ausreicht. Zur Dokumentation: Unterweisungsnachweis mit Inhalten und Teilnehmenden.

Ware heben, tragen und sauber halten

Worum es geht

Im Handel bewegen Sie täglich viel Ware. Schweres, sperriges oder häufiges Heben und Tragen, Bücken und Strecken belastet Rücken und Gelenke. Dazu kommen Stolper- und Rutschgefahren in Lager und Verkaufsraum.

Erst überlegen, dann heben

Prüfen Sie, ob Sie die Ware mit einem Hilfsmittel bewegen können, etwa mit Hubwagen, Rollbehälter oder Sackkarre. Fragen Sie bei schweren oder sperrigen Teilen nach Hilfe. Prüfen Sie ein unbekanntes Gewicht, bevor Sie es allein anheben.

Richtig heben

Treten Sie mit geradem Rücken dicht an die Last heran. Gehen Sie in die Knie, schieben Sie das Gesäß nach hinten und heben Sie gleichmäßig, nicht ruckartig. Halten Sie die Last nah am Körper.

Nicht verdrehen

Drehen Sie sich mit dem ganzen Körper, indem Sie die Füße umsetzen. Verdrehen Sie die Wirbelsäule nicht, während Sie eine Last halten. Setzen Sie die Last genauso ab, wie Sie sie angehoben haben.

Richtig tragen

Tragen Sie aufrecht und körpernah. Verteilen Sie mehrere Lasten gleichmäßig auf beide Arme. Setzen Sie die Last auf längeren Wegen zwischendurch kontrolliert ab.

Ordnung hält Wege sicher

Entsorgen Sie leere Kartons und Folien sofort. Wischen Sie ausgelaufene Flüssigkeiten auf und beseitigen Sie Krümel, Blätter oder Erde, damit niemand stolpert oder ausrutscht.

Verdorbene und beschädigte Ware

Entsorgen Sie verschimmelte Ware auf direktem Weg, ohne den Belag aufzuwirbeln. Tragen Sie dabei Handschuhe und waschen Sie sich danach die Hände. Fassen Sie Glasbruch nicht mit bloßen Händen an.

Beispielfrage

Wie heben Sie einen schweren Karton vom Boden?

  • Mit rundem Rücken und gestreckten Beinen
  • In die Knie gehen, Rücken gerade, Last nah am Körper
  • Schnell und ruckartig, damit es kürzer dauert

Richtige Antwort: In die Knie gehen, Rücken gerade, Last nah am Körper

Gerader Rücken, Kraft aus den Beinen und eine körpernahe Last entlasten die Wirbelsäule.

Paletten, Rollbehälter und Handhubwagen

Worum es geht

Paletten, Rollbehälter und Hubwagen erleichtern den Warentransport. Gefährlich sind Stolpern über Paletten, gequetschte Hände und Füße, kippende Ladung und wegschnellende Spanngurte.

Rollbehälter

Fassen Sie Rollbehälter an den vorgesehenen Griffen. Achten Sie beim Rangieren auf Ihre Hände an Wänden und Regalen. Lösen Sie Gummispanngurte vorsichtig, sie können wegschnellen. Melden Sie beschädigte Rollbehälter, etwa mit defekten Rollen oder Seitenwänden.

Hubwagen

Transportieren Sie Paletten bodennah, damit sie in Kurven nicht kippen. Laden Sie so, dass nichts herabfällt oder verrutscht. Achten Sie auf Quetschstellen zwischen Deichsel und Regal oder Wand.

Kraftbetriebene Geräte

Elektrische Hubwagen und Stapler dürfen nur Personen fahren, die dafür beauftragt sind. Für Geräte mit Fahrersitz ist eine bestandene Fahrprüfung nötig. Beim Umgang mit kraftbetriebenen Flurförderzeugen tragen Sie Sicherheitsschuhe mindestens der Kategorie S1.

Paletten

Paletten sind nur für Waren da. Personen dürfen nicht auf Paletten angehoben werden. Lagern Sie leere Paletten liegend und nicht in Verkehrswegen.

Beschädigte Paletten

Fehlen Bretter oder Klötze, sind sie gebrochen oder ragen Nägel heraus, ist die Palette nicht mehr gebrauchsfähig. Sortieren Sie sie aus und melden Sie sie.

Beispielfrage

Warum transportieren Sie eine Palette mit dem Hubwagen bodennah?

  • Damit sie schneller fährt
  • Damit sie in Kurven nicht kippt
  • Damit sie leiser ist

Richtige Antwort: Damit sie in Kurven nicht kippt

Eine angehobene Last hat einen höheren Schwerpunkt und kippt leichter.

Leitern und Tritte beim Verräumen

Worum es geht

Beim Verräumen und Dekorieren arbeiten Sie oft über Kopfhöhe. Stürze von Leitern und Tritten führen zu schweren Verletzungen, schon aus geringer Höhe.

Nur geeignete Aufstiege

Benutzen Sie nur die bereitgestellten Leitern und Tritte. Hocker, Stühle, Getränkekisten, Regalböden oder Kartons sind keine Aufstiege.

Vor jeder Benutzung prüfen

Schauen Sie den Aufstieg vor dem Benutzen auf sichtbare Schäden an. Benutzen Sie beschädigte Leitern nicht und melden Sie sie Ihrer vorgesetzten Person.

Sicher aufstellen

Stellen Sie Leiter oder Tritt auf ebenen, tragfähigen und sauberen Boden. Sichern Sie den Aufstieg, wenn er in einem Gang mit Kundschaft oder Transporten steht.

Sicher steigen und stehen

Steigen Sie mit Blick zur Leiter auf und ab und halten Sie sich gut fest. Tragen Sie geschlossene Schuhe. Bei Stehleitern bleiben die obersten beiden Stufen frei. Ein Tritt darf bis zur obersten Stufe betreten werden. Immer nur eine Person auf dem Aufstieg.

Nicht hinauslehnen

Lehnen Sie sich nicht seitlich hinaus, die Leiter kann kippen. Steigen Sie lieber ab und stellen Sie den Aufstieg um. Nehmen Sie nur leichte, handliche Ware mit nach oben.

Ware und Dekoration

Räumen Sie Ware standsicher ein und beachten Sie die Belastungsgrenzen der Regale. Hängen Sie Dekoration nicht an Leuchten, Sprinkler oder Leitungen. Halten Sie Notausgänge, Feuerlöscher und ihre Schilder frei.

Beispielfrage

Was dürfen Sie als Aufstieg verwenden?

  • Eine Getränkekiste
  • Den bereitgestellten Tritt
  • Einen Regalboden

Richtige Antwort: Den bereitgestellten Tritt

Nur Leitern und Tritte sind als Aufstieg gebaut und geprüft.

Kartons sicher öffnen – Messer und Cutter

Worum es geht

Schnitt- und Stichverletzungen beim Öffnen von Kartons, Folien und Bändern gehören zu den häufigsten Unfällen im Handel. Das richtige Messer und eine sichere Schnittführung schützen Ihre Hände.

Das richtige Messer

Benutzen Sie die bereitgestellten Sicherheitsmesser. Taschenmesser, Küchenmesser, Scheren und Cutter mit Abbrechklinge sind zum Öffnen von Kartons ungeeignet. Am sichersten sind Messer mit verdeckt liegender Klinge.

Klingenrückzug nicht blockieren

Bei Messern mit automatischem Klingenrückzug nehmen Sie den Daumen nach dem Einstechen vom Schieber. Sonst springt die Klinge beim Herausziehen nicht zurück.

Sicher schneiden

Halten Sie Hand und Körper immer außerhalb der Schnittlinie. Schneiden Sie nie in Richtung der Hand, die den Karton hält. Achten Sie auf Kolleginnen und Kollegen in der Nähe.

Bänder und Folien

Halten Sie Umreifungsbänder fest oder drücken Sie sie nieder, bevor Sie sie durchtrennen, damit nichts umherschlägt. Für Folien und Bänder eignen sich Messer mit verdeckter Klinge oder spezielle Folienmesser.

Klingenwechsel und Entsorgung

Wechseln Sie Klingen nach Herstellerangabe und tragen Sie dabei schnittfeste Handschuhe. Werfen Sie alte Klingen in den vorgesehenen Behälter, nie in den Papierkorb. Tragen Sie Messer nicht ungesichert in der Hosen- oder Jackentasche.

Beispielfrage

Welches Werkzeug ist zum Öffnen von Kartons geeignet?

  • Taschenmesser
  • Sicherheitsmesser mit verdeckter oder zurückziehender Klinge
  • Schere

Richtige Antwort: Sicherheitsmesser mit verdeckter oder zurückziehender Klinge

Sicherheitsmesser verhindern, dass Sie sich beim Abrutschen schneiden.

Gesund arbeiten an der Kasse

Worum es geht

Kassieren belastet Rücken, Schultern und Handgelenke durch dauernde gleiche Bewegungen. Dazu kommen Zeitdruck, Kundengespräche und Lärm. Ein gut eingestellter Kassenplatz entlastet.

Platz einstellen

Stellen Sie zu Schichtbeginn Stuhl und Rückenlehne auf Ihre Größe ein. Nutzen Sie die Fußstütze. Halten Sie den Fuß- und Beinraum frei von Gegenständen.

Ware schieben statt heben

Schieben Sie Ware über oder am Scanner vorbei, statt sie anzuheben und zu drehen. Häufig genutzte Geräte sollen Sie mit angewinkelten Armen erreichen. Sie sollten den Arm nicht über Schulterhöhe heben müssen.

Sitzen und Stehen wechseln

An Sitz-Steh-Kassen wechseln Sie zwischen Sitzen und Stehen und bestimmen die Zeitanteile selbst. Nutzen Sie geplante Wechsel zu anderen Aufgaben für Bewegung.

Förderband

Kassen mit Förderband haben eine Sicherheitseinrichtung an der Einzugsstelle, die das Band bei Gefahr stoppt. Melden Sie sofort, wenn sie beschädigt ist oder nicht auslöst.

Zugluft und Umgebung

Melden Sie Zugluft, starke Kälte oder störenden Lärm im Kassenbereich. Dafür gibt es technische Lösungen wie Luftschleier oder Verkleidungen.

Beispielfrage

Wie bewegen Sie schwere Ware über den Scanner?

  • Anheben und drehen
  • Schieben, ohne sie anzuheben
  • Vom Kunden hochhalten lassen

Richtige Antwort: Schieben, ohne sie anzuheben

Schieben belastet Arme und Rücken deutlich weniger als Heben und Drehen.

Raubüberfall – vorbeugen und richtig verhalten

Die Handgriffe müssen zusätzlich vor Ort gezeigt und geübt werden.

Worum es geht

Wer mit Bargeld arbeitet oder von einem Überfall betroffen sein kann, wird vor Beginn der Tätigkeit und mindestens alle sechs Monate unterwiesen. Dazu gehören praktische Übungen und der Umgang mit Ihren Sicherheitseinrichtungen. Dieser digitale Teil bereitet darauf vor.

Oberste Regel

Ihr Leben und Ihre Gesundheit gehen immer vor Geld und Ware. Spielen Sie nicht den Helden. Leisten Sie keinen Widerstand.

Vorbeugen

Öffnen und schließen Sie den Laden möglichst nicht allein. Halten Sie Türen zu Büro, Kassen- und Tresorraum geschlossen. Lassen Sie niemanden außerhalb der Öffnungszeiten herein. Achten Sie auf Personen, die warten oder sich verdächtig verhalten.

Bargeld

Halten Sie die Geldlade geschlossen, wenn Sie nicht kassieren. Schöpfen Sie Bargeld nach den Vorgaben Ihres Betriebs ab. Zählen Sie Geld nur hinter verschlossener Tür ohne Einsicht von außen.

Während des Überfalls

Versuchen Sie, ruhig zu bleiben. Sprechen Sie langsam und bleiben Sie höflich. Machen Sie keine hastigen Bewegungen und schlagen Sie die Kassenlade nicht zu. Befolgen Sie die Anweisungen und kündigen Sie an, was Sie tun. Verlassen Sie keinen sicheren Bereich, um anderen zu helfen.

Alarm und Täterbeschreibung

Lösen Sie Alarm nur aus, wenn Sie sich dadurch nicht zusätzlich gefährden. Prägen Sie sich Aussehen und Auffälligkeiten des Täters ein. Hindern Sie den Täter nicht an der Flucht und verfolgen Sie ihn nicht.

Danach

Leisten Sie bei Bedarf Erste Hilfe und rufen Sie die Polizei. Informieren Sie Ihre Vorgesetzten. Verändern und berühren Sie nichts am Tatort. Notieren Sie Täterbeschreibung und Ablauf. Der Überfall wird der BGHW gemeldet, auch ohne sichtbare Verletzungen. Die BGHW bietet psychologische Hilfe an.

Beispielfrage

Was hat bei einem Überfall immer Vorrang?

  • Das Bargeld
  • Leben und Gesundheit
  • Die Ware im Laden

Richtige Antwort: Leben und Gesundheit

Der Schutz von Leben und Gesundheit geht dem Schutz von Werten immer vor.

Schwierige Kundschaft und Ladendiebstahl

Worum es geht

Im Kundenkontakt kann es zu Beschimpfungen, Drohungen oder Gewalt kommen, etwa nach einem verweigerten Umtausch oder bei einem Diebstahl. Solche Erlebnisse belasten auch die Psyche.

Eigenschutz zuerst

Es ist nicht Ihre Aufgabe, Diebstähle um jeden Preis zu verhindern oder Flüchtende zu stellen. Ihre Sicherheit geht vor.

Aufmerksam sein

Sprechen Sie Personen, die sich auffällig verhalten, freundlich an, zum Beispiel: „Kann ich Ihnen weiterhelfen?“ Das zeigt Aufmerksamkeit und schreckt ab.

Ruhig bleiben

Bleiben Sie in Konflikten ruhig und höflich. Sprechen Sie langsam. Holen Sie bei Bedarf Unterstützung von Kolleginnen, Kollegen oder Vorgesetzten. Deeskalierendes Verhalten hilft auch bei schwierigen Kundinnen und Kunden.

Diebstahlverdacht

Sprechen Sie eine verdächtige Person höflich, aber bestimmt an. Vermeiden Sie offene Konfrontation im Verkaufsraum. Führen Sie das Gespräch immer zu zweit und wenden Sie keine Gewalt an. Bis die Polizei kommt, sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre.

Nach belastenden Ereignissen

Melden Sie Bedrohungen und Übergriffe Ihrer vorgesetzten Person. Sprechen Sie an, wenn Sie ein Erlebnis belastet. Auch psychische Folgen gelten als Verletzung und werden gemeldet, damit Sie Unterstützung bekommen.

Beispielfrage

Ein Ladendieb flieht mit Ware. Was tun Sie?

  • Ihn um jeden Preis aufhalten
  • Nicht verfolgen, Eigenschutz geht vor
  • Ihn festhalten, bis die Polizei kommt

Richtige Antwort: Nicht verfolgen, Eigenschutz geht vor

Flüchtende zu stellen ist nicht Aufgabe der Beschäftigten.

Erste Hilfe, Notruf und Unfallmeldung

Worum es geht

Bei einem Unfall zählt jede Minute. Erste Hilfe beginnt am Unfallort und endet erst, wenn der Rettungsdienst übernimmt. Jede Person im Betrieb ist ein Glied dieser Rettungskette. Sie müssen nicht Ärztin oder Arzt sein, um zu helfen.

Was Sie in Ihrem Betrieb wissen müssen

- Wer bei uns Ersthelferin oder Ersthelfer ist. - Wo der Verbandkasten und weiteres Erste-Hilfe-Material liegen. - Wo und wie Sie einen Notruf absetzen. - Wem Sie einen Unfall melden. Diese Angaben stehen auf dem Aushang zur Ersten Hilfe. Sehen Sie ihn sich an.

Sofortmaßnahmen

Sichern Sie zuerst die Unfallstelle ab und bringen Sie Verletzte aus der Gefahrenzone, wenn das ohne Gefahr für Sie möglich ist. Setzen Sie dann den Notruf ab. Bis Hilfe kommt: bei Bedarf Herz-Lungen-Wiederbelebung, starke Blutungen stillen, stabile Seitenlage, Betroffene betreuen. Bringen Sie sich selbst nicht in erhebliche Gefahr.

Der Notruf 112

Die Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr ist bundesweit 112. Sagen Sie zuerst, wo der Notfall ist: Ort, Straße, Hausnummer, Gebäude, Stockwerk. Legen Sie dann nicht auf. Die Leitstelle stellt Fragen, zum Beispiel was passiert ist und wie viele Verletzte es gibt.

Jeden Unfall melden

Melden Sie jeden Unfall sofort Ihrer verantwortlichen Person, auch wenn er klein wirkt. Kann die verletzte Person das nicht selbst, meldet ihn die Person, die zuerst davon erfährt. Der Betrieb muss schwere Unfälle mit mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit der Berufsgenossenschaft anzeigen. Dafür braucht er Ihre Meldung.

Eintrag ins Verbandbuch

Jede Erste-Hilfe-Leistung wird dokumentiert, zum Beispiel im Verbandbuch oder Meldeblock. Eingetragen werden Zeit, Ort, Hergang, Art der Verletzung, die geleistete Hilfe und die Namen von Verletzten, Zeugen und Helfenden. Der Eintrag ist Ihr Nachweis, falls aus einer kleinen Verletzung später eine größere wird. Er wird fünf Jahre vertraulich aufbewahrt.

Zum Arzt nach einem Arbeitsunfall

Wenn Sie nach einem Arbeits- oder Wegeunfall über den Unfalltag hinaus nicht arbeiten können oder die Behandlung voraussichtlich länger als eine Woche dauert, gehen Sie zu einem Durchgangsarzt. Sagen Sie in der Praxis immer, dass es ein Arbeitsunfall war. Bei Verletzungen an Augen oder Hals, Nase, Ohren gehen Sie zu einer Fachärztin oder einem Facharzt dieses Gebiets.

Ersthelfer werden

Ersthelferinnen und Ersthelfer werden bei einer von der Berufsgenossenschaft anerkannten Stelle ausgebildet und in der Regel alle zwei Jahre fortgebildet. Beschäftigte sollen sich dafür ausbilden lassen, wenn keine persönlichen Gründe dagegen sprechen. Sprechen Sie Ihre verantwortliche Person an.

Beispielfrage

Welche Nummer wählen Sie für Rettungsdienst und Feuerwehr?

  • 110
  • 112
  • 116 117

Richtige Antwort: 112

Die 112 ist bundesweit die Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr.

Brandschutz, Fluchtwege und Verhalten im Brandfall

Worum es geht

Ein Brand breitet sich schnell aus, und Rauch ist oft gefährlicher als die Flammen. Sie lernen hier, wie Sie Brände vermeiden, wie Sie im Ernstfall hinauskommen und wann Sie selbst löschen dürfen.

Fluchtwege kennen

Fluchtwege und Notausgänge sind mit grünen Schildern gekennzeichnet, die auch im Dunkeln sichtbar sind. Wo ein Flucht- und Rettungsplan hängt, zeigt er Ihren Weg nach draußen, die Feuerlöscher und die Sammelstelle. Gehen Sie Ihre Fluchtwege einmal bewusst ab, damit Sie sie im Ernstfall finden.

Fluchtwege freihalten

Fluchtwege und Notausgänge müssen immer frei sein, auch für kurze Zeit. Stellen Sie dort keine Kartons, Wagen oder Möbel ab. Notausgänge dürfen nicht abgeschlossen sein, solange Menschen im Gebäude sind. Sie müssen sich von innen ohne Schlüssel öffnen lassen. Achten Sie auch draußen darauf, dass vor Notausgängen nichts steht.

Wenn es brennt

1. Ruhe bewahren. 2. Andere warnen und Alarm auslösen. Nehmen Sie jeden Alarm ernst, auch wenn Sie eine Übung vermuten. 3. Feuerwehr über 112 rufen: wo es brennt und was brennt. Auf Rückfragen warten. 4. Kleine Entstehungsbrände nur löschen, wenn Sie sich dabei nicht gefährden. 5. Breitet sich der Brand aus: sofort raus. Menschenleben gehen vor.

Richtig flüchten

Folgen Sie den gekennzeichneten Fluchtwegen und benutzen Sie keine Aufzüge. Bei Rauch bewegen Sie sich gebückt fort, weil die Luft unten besser ist. Helfen Sie Menschen mit Behinderung und Ortsfremden, und gehen Sie zur Sammelstelle, damit niemand vermisst wird.

Feuerlöscher

Feuerlöscher hängen an Stellen mit dem roten Zeichen „Feuerlöscher“. Stellen Sie nichts davor. Nicht jeder Löscher passt zu jedem Brand. Für brennendes Fett und Öl in Fritteusen gibt es eigene Löscher der Brandklasse F. Ein Prüfvermerk am Löscher zeigt die letzte Wartung. Fehlt er oder ist der Löscher beschädigt, melden Sie das.

Brandschutzhelfer

Ihr Betrieb benennt Brandschutzhelferinnen und Brandschutzhelfer. Sie werden im Umgang mit Feuerlöschern unterwiesen und üben das Löschen praktisch. Fragen Sie nach, wer das bei Ihnen ist.

Brände vermeiden

Viele Brände entstehen an elektrischen Geräten. Halten Sie Lüftungsschlitze frei und lassen Sie Geräte, die heiß werden, nicht unbeobachtet laufen. Stecken Sie keine Mehrfachsteckdosen hintereinander und schalten Sie Geräte nach Gebrauch ganz aus.

Beispielfrage

Vor einem Notausgang sollen kurz Kartons abgestellt werden. Was ist richtig?

  • Für eine Stunde ist das in Ordnung
  • Notausgänge müssen immer frei bleiben
  • Nur nachts ist das erlaubt

Richtige Antwort: Notausgänge müssen immer frei bleiben

Fluchtwege und Notausgänge müssen ständig frei sein. Ein Brand kündigt sich nicht an.

Elektrische Geräte sicher benutzen

Worum es geht

Beschädigte Kabel, Stecker und Geräte können einen Stromschlag oder einen Brand auslösen. Viele Schäden sehen Sie mit bloßem Auge, wenn Sie kurz hinschauen.

Vor jeder Benutzung ansehen

Sehen Sie sich Gerät, Kabel und Stecker vor der Benutzung kurz an. Achten Sie auf gebrochene Gehäuse, Quetschungen oder Risse am Kabel, lose Stecker und Schmorspuren.

Schäden melden, Gerät nicht benutzen

Ein beschädigtes Gerät nehmen Sie sofort außer Betrieb und melden den Schaden. Kleben Sie Kabel nicht mit Isolierband. Reparieren dürfen nur Elektrofachleute.

Prüfplakette

Viele Geräte tragen eine Plakette mit dem nächsten Prüftermin. Daran sehen Sie, ob das Gerät geprüft ist. Die Plakette ersetzt nicht Ihren eigenen Blick. Ein Schaden kann jederzeit neu entstehen.

Mehrfachsteckdosen und Kabeltrommeln

Stecken Sie keine Mehrfachsteckdosen hintereinander. Schließen Sie nicht mehrere große Verbraucher gleichzeitig an eine Mehrfachsteckdose an, zum Beispiel Herd, Spülmaschine oder Waschmaschine. Rollen Sie Kabeltrommeln vor der Benutzung ganz ab. Sonst kann das Kabel heiß werden.

Wärme und Wasser

Halten Sie Lüftungsschlitze frei. Stellen Sie keine Pflanzen oder Getränke auf Geräte. Geräte, die heiß werden, wie Herd, Grill oder Bügeleisen, lassen Sie im Betrieb nicht unbeobachtet. Schalten Sie Geräte nach Gebrauch ganz aus statt im Stand-by zu lassen.

Beispielfrage

Wann sehen Sie sich ein elektrisches Gerät auf Schäden an?

  • Vor jeder Benutzung
  • Einmal im Jahr
  • Nur wenn es nicht mehr funktioniert

Richtige Antwort: Vor jeder Benutzung

Vor der Benutzung soll jedes Gerät auf erkennbare Mängel angesehen werden.

Quellen und Stand

Vorlagenstand: 2026-11-01. Die Texte der Unterweisungsmappe beruhen auf den folgenden Handlungshilfen und ersetzen keine Prüfung der Verhältnisse in Ihrem Betrieb.

Unterweisungsthemen aller Branchen und Fristen der Unterweisung.

Legen Sie Ihren Betrieb an und stellen Sie die Unterweisung für die Tätigkeiten Ihrer Beschäftigten zusammen. Jeder Beschäftigte erhält einen persönlichen Link mit Verständnisfragen und Bestätigung.

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