Unterweisungsmappe

Unterweisung Baustelle und Ausbau

Für Baustelle und Ausbau enthält diese Vorlage Unterweisungstexte zu Leitern und Tritte sicher benutzen, Absturz verhindern auf Gerüsten und Arbeitsbühnen, Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz sowie allgemeine Arbeitsschutzthemen. Sie können alle Texte und je eine Verständnisfrage unten lesen und an die Arbeitsplätze Ihres Betriebs anpassen.

Themen der Vorlage

Wählen Sie anhand Ihrer Gefährdungsbeurteilung für Baustelle und Ausbau die passenden Themen aus. Ergänzen Sie die betrieblichen Abläufe und Ansprechpersonen. § 12 ArbSchG verlangt Anweisungen und Erläuterungen zum jeweiligen Arbeitsplatz oder Aufgabenbereich.

Texte besprechen und Verständnis prüfen

Die Texte dienen zur Vorbereitung. Nach DGUV Regel 100-001, Abschnitt 2.3.1, müssen Rückfragen an die unterweisende Person möglich sein und die Inhalte verstanden werden. Ergänzen Sie den digitalen Teil durch ein Nachgespräch und erforderliche praktische Vermittlung.

Zur Form: Wann eine Online-Unterweisung ausreicht. Zur Dokumentation: Unterweisungsnachweis mit Inhalten und Teilnehmenden.

Leitern und Tritte sicher benutzen

Worum es geht

Stürze von Leitern sind häufig und oft schwer, auch aus geringer Höhe. Eine Leiter ist nur für kurze, einfache Arbeiten gedacht. Fragen Sie, ob ein Gerüst oder eine Arbeitsbühne sicherer wäre.

Vor jeder Benutzung prüfen

Sehen Sie die Leiter vor jeder Benutzung auf Schäden an. Benutzen Sie keine Leiter mit angebrochenen Holmen oder Sprossen oder verbogenen Teilen. Flicken Sie nichts. Melden Sie Schäden Ihrer Vorgesetzten oder Ihrem Vorgesetzten.

Richtig aufstellen

Stellen Sie die Leiter nur auf ebenen, tragfähigen und rutschfesten Boden. Kisten, Steine oder lose Unterlagen sind tabu. Anlegeleitern lehnen Sie nur an sichere Stützpunkte. Sie ragen mindestens 1 m über die Austrittsstelle hinaus.

Der richtige Winkel

Sprossenanlegeleitern stellen Sie im Winkel von 65 bis 75 Grad auf. Stufenanlegeleitern im Winkel von 60 bis 70 Grad. Sichern Sie die Leiter gegen Wegrutschen und Umfallen, zum Beispiel durch Anbinden oder Fußverbreiterungen. Auf Verkehrswegen sperren Sie den Bereich ab.

Sicher stehen und steigen

Steigen Sie immer mit Blick zur Leiter auf und ab und halten Sie sich fest. Stehen Sie mit beiden Füßen auf einer Stufe. Lehnen Sie sich nicht seitlich hinaus, Ihr Körper bleibt zwischen den Holmen. Die obersten drei Sprossen einer Anlegeleiter betreten Sie nicht.

Was auf der Leiter verboten ist

Keine Arbeiten mit Maschinen, die beide Hände brauchen, etwa Handmaschinen oder Bohrhammer. Kein Werkzeug und Material über 10 kg. Immer nur eine Person auf der Leiter. Keine Leiter bei starkem oder böigem Wind, Eis oder Schneeglätte. Keine Leiter, wenn Gefahr durch elektrischen Strom besteht.

Zeit und Höhe

Bei einer Standhöhe über 2 m arbeiten Sie höchstens 2 Stunden je Schicht von der Leiter. Tragen Sie geschlossene Schuhe mit sauberer Sohle. Hocker, Stühle, Tische oder Getränkekisten sind kein Ersatz für eine Leiter.

Beispielfrage

Was tun Sie vor jeder Benutzung einer Leiter?

  • Ich sehe sie auf sichtbare Schäden an
  • Nichts, die Leiter wird jährlich geprüft
  • Ich teste sie mit einem Sprung auf die unterste Sprosse

Richtige Antwort: Ich sehe sie auf sichtbare Schäden an

Vor jeder Benutzung ist eine Sichtkontrolle auf Schäden nötig; bei Auffälligkeiten bleibt die Leiter weg.

Absturz verhindern auf Gerüsten und Arbeitsbühnen

Worum es geht

Fehlende oder unvollständige Absturzsicherungen führen zu schweren Unfällen. Absturzgefahr besteht schon ab mehr als 1 m Höhe.

Wann gesichert werden muss

Über Wasser oder Stoffen, in denen man versinken kann, wird immer gesichert. An Treppen, Wandöffnungen und Verkehrswegen ab mehr als 1 m Absturzhöhe. An allen übrigen Arbeitsplätzen ab mehr als 2 m.

Seitenschutz und Öffnungen

Seitenschutz besteht aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett. Öffnungen im Boden werden umwehrt oder fest und begehbar abgedeckt. Entfernen Sie Sicherungen nie eigenmächtig.

Gerüst nutzen

Benutzen Sie ein Gerüst erst, wenn der Ersteller es geprüft und gekennzeichnet hat. Vor der Verwendung prüft eine qualifizierte Person Ihres Betriebs den Zustand. Gesperrte Gerüste mit "Zutritt verboten" betreten Sie nicht.

Auf dem Gerüst

Jede Gerüstlage muss voll ausgelegt sein und der Belag darf nicht wippen. Bauen Sie keine Gerüstteile aus. Schließen Sie Durchstiegsklappen nach dem Durchsteigen. Steigen Sie nur über die vorgesehenen Zugänge auf.

Fahrbare Arbeitsbühnen

Bauen Sie die Bühne nach der Anleitung des Herstellers auf und verwenden Sie nur dessen Teile. Stellen Sie die Rollen vor jeder Benutzung fest. Verfahren Sie die Bühne nur langsam, auf ebenem Boden und ohne Personen darauf. Springen Sie nicht auf Beläge.

Kopfschutz

Wo Teile herabfallen können, tragen Sie einen Schutzhelm. Stellen Sie ihn auf Ihre Kopfgröße ein. Nach einem starken Schlag wird der Helm ersetzt, auch ohne sichtbaren Schaden.

Beispielfrage

Ab welcher Absturzhöhe müssen übliche Arbeitsplätze auf Baustellen gesichert sein?

  • Ab mehr als 5 m
  • Erst ab 10 m
  • Ab mehr als 2 m

Richtige Antwort: Ab mehr als 2 m

An übrigen Arbeitsplätzen gilt mehr als 2 m; an Treppen, Wandöffnungen und Verkehrswegen schon mehr als 1 m.

Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz

Schutzausrüstung gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden: Unterweisung mit praktischen Übungen nötig (DGUV Vorschrift 1 § 31).

Worum es geht

PSA gegen Absturz schützt vor tödlichen Stürzen. Sie wird nur eingesetzt, wenn Seitenschutz oder Fanggerüste nicht möglich oder nicht sinnvoll sind. Sie lernen die Benutzung in einer praktischen Übung. Dieser digitale Teil dient nur zur Vorbereitung.

Anschlagen

Ihre Vorgesetzten legen fest, wo Sie anschlagen. Schlagen Sie möglichst oberhalb von sich an. Nutzen Sie nur geeignete Anschlageinrichtungen, keine beliebigen Bauteile.

Richtig benutzen

Legen Sie den Auffanggurt genau nach Anleitung an. Halten Sie das Verbindungsmittel straff. Führen Sie Seile nicht über scharfe Kanten, knoten Sie sie nicht und verlängern Sie sie nicht behelfsmäßig. Verwenden Sie nur Karabiner mit Sicherung gegen Öffnen.

Vor jeder Benutzung prüfen

Sehen Sie die Ausrüstung vor jeder Benutzung genau an. Eine sachkundige Person prüft sie mindestens alle 12 Monate. Ausrüstung, die einen Sturz aufgefangen hat oder beschädigt ist, benutzen Sie nicht mehr, bis eine sachkundige Person sie freigibt.

Rettung planen

Wer nach einem Sturz bewegungslos im Gurt hängt, ist in Gefahr. Deshalb muss vor der Arbeit feststehen, wie gerettet wird. Die Rettung wird geübt.

Lagern und pflegen

Schützen Sie die Ausrüstung vor Öl, Säure, Lauge, Putzmitteln, Funkenflug und Hitze. Lagern Sie sie trocken.

Beispielfrage

Wann wird PSA gegen Absturz eingesetzt?

  • Wenn Seitenschutz oder Auffangeinrichtungen nicht möglich oder nicht sinnvoll sind
  • Immer, auch wenn ein Geländer da ist
  • Nur auf Wunsch der Beschäftigten

Richtige Antwort: Wenn Seitenschutz oder Auffangeinrichtungen nicht möglich oder nicht sinnvoll sind

Technische Absturzsicherungen haben Vorrang, PSA ist die letzte Stufe.

Sicher arbeiten mit Handmaschinen und Strom auf der Baustelle

Die Handgriffe müssen zusätzlich vor Ort gezeigt und geübt werden.

Worum es geht

Trennschleifer und Kreissägen verursachen schwere Schnitt- und Augenverletzungen. Hinzu kommt die Gefahr eines Stromschlags. Die Bedienung zeigt Ihnen Ihre Vorgesetzte oder Ihr Vorgesetzter an der Maschine.

Trennschleifer

Arbeiten Sie nur mit Schutzhaube. Die zulässige Drehzahl der Scheibe darf nicht niedriger sein als die der Maschine. Nehmen Sie die passende Scheibe für das Material und beachten Sie das Verfallsdatum. Führen Sie die Maschine beidhändig und verkanten Sie die Scheibe nicht. Mit Trennscheiben schleifen Sie nicht seitlich.

Kreissägen

Manipulieren Sie keine Schutzhauben. Stellen Sie die Schnitttiefe passend ein. Führen Sie die Handkreissäge mit beiden Händen und fixieren Sie das Werkstück. Legen Sie sie nie mit laufendem Blatt ab. Beim Sägen tragen Sie keine Handschuhe.

Vor Wechsel und Wartung

Ziehen Sie vor jedem Werkzeugwechsel den Stecker. Bremsen Sie Sägeblätter nicht seitlich ab. Entfernen Sie Späne nie mit der Hand aus dem Bereich des laufenden Blatts.

Sicherer Strom

Schließen Sie Maschinen am Baustromverteiler an oder nutzen Sie eine PRCD-S. Eine Steckdose beim Kunden gilt in der Regel nicht als sicherer Anschlusspunkt. Lässt sich die PRCD-S nicht einschalten, arbeiten Sie dort nicht.

Beschädigte Geräte

Benutzen Sie keine Geräte mit beschädigtem Gehäuse, Stecker oder Kabel. Reparieren Sie nichts selbst, auch keine Steckdose oder Leitung. Das darf nur eine Elektrofachkraft.

Schutzausrüstung

Tragen Sie Schutzbrille und Gehörschutz. Entsteht gesundheitsgefährlicher Staub, kommt Atemschutz dazu. Bei Kreissägen tragen Sie eng anliegende Kleidung und Sicherheitsschuhe.

Beispielfrage

Welche Trennscheibe dürfen Sie auf einen Trennschleifer spannen?

  • Jede, die vom Durchmesser passt
  • Eine gekennzeichnete Scheibe, deren zulässige Drehzahl mindestens der Maschinendrehzahl entspricht
  • Eine abgelaufene Scheibe, wenn sie unbenutzt ist

Richtige Antwort: Eine gekennzeichnete Scheibe, deren zulässige Drehzahl mindestens der Maschinendrehzahl entspricht

Zu langsame oder abgelaufene Scheiben können zerspringen.

Lärm, Gehörschutz und Vibration

Schutzausrüstung gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden: Unterweisung mit praktischen Übungen nötig (DGUV Vorschrift 1 § 31).

Worum es geht

Dauernder Lärm schädigt das Gehör bleibend. Ein einziger sehr lauter Knall kann sofort zu Hörverlust führen. Lärm verursacht außerdem Stress und erhöht den Blutdruck.

Die Grenzwerte

Ab einem Tageslärmpegel von 80 dB(A) stellt der Betrieb Gehörschutz bereit. Ab 85 dB(A) müssen Sie ihn tragen. Lärmbereiche werden gekennzeichnet.

Erst Technik, dann Gehörschutz

Leisere Maschinen und Verfahren gehen vor. Dann folgen Abstand und kürzere Aufenthaltszeiten. Gehörschutz ist die letzte Stufe. In Gebäuden ist es lauter als im Freien, weil der Schall von Wänden zurückkommt.

Gehörschutz richtig benutzen

Formbare Stöpsel setzen Sie so ein, wie es Ihnen gezeigt wurde. Schaumstoffstöpsel wechseln Sie mindestens täglich. Kapseln reinigen Sie regelmäßig. Die richtige Benutzung wird mit Ihnen praktisch geübt.

Vibrationen

Bohrhämmer, Abbruchhämmer, Schleifer und Sägen übertragen Schwingungen auf Hände und Arme. Das kann Knochen, Gelenke, Nerven und Durchblutung schädigen. Nutzen Sie vibrationsarme Maschinen, wechseln Sie Tätigkeiten ab und halten Sie die Hände warm.

Vorsorge

Je nach Belastung bietet der Betrieb eine arbeitsmedizinische Vorsorge an oder veranlasst sie. Nehmen Sie diese Termine wahr.

Beispielfrage

Ab welchem Tageslärmpegel müssen Sie Gehörschutz tragen?

  • Ab 65 dB(A)
  • Erst ab 110 dB(A)
  • Ab 85 dB(A)

Richtige Antwort: Ab 85 dB(A)

Ab 80 dB(A) wird Gehörschutz bereitgestellt, ab 85 dB(A) ist Tragen Pflicht.

Staub, Quarzstaub und Atemschutz

Gefahrstoffe: mündliche Unterweisung am Arbeitsplatz nötig, Teilnahme per Unterschrift bestätigen (GefStoffV § 14).

Worum es geht

Beim Bearbeiten von Beton, Mauerwerk, Putz oder Fliesen entsteht Feinstaub. Er ist oft unsichtbar und gelangt bis in die Lunge. Quarzhaltiger Staub kann Silikose und Lungenkrebs verursachen. Dieser Teil bereitet Sie vor; die Unterweisung erfolgt mündlich am Arbeitsplatz.

Weniger Staub erzeugen

Nutzen Sie staubarme Produkte und Verfahren. Arbeiten Sie nur mit abgesaugten Maschinen. Der Entstauber muss mindestens Staubklasse M haben. Reicht das nicht, kommen ein Luftreiniger oder Nassbearbeitung dazu.

Sauber machen ohne Staubwolke

Kehren Sie nicht trocken und blasen Sie nichts mit Druckluft ab. Saugen Sie mit einem Industriesauger. Grobe Stücke sammeln Sie mit dem Rechen ein.

Staub nicht verteilen

Trennen Sie staubige Bereiche von anderen ab. Tragen Sie bei staubintensiven Arbeiten Schutzkleidung. Bewahren Sie sie getrennt von Ihrer Straßenkleidung auf. Waschen Sie sich vor Pausen und nach der Arbeit.

Atemschutz

Bei sichtbarer Staubentwicklung tragen Sie Atemschutz nach Vorgabe des Betriebs. Gegen Staub schützen Partikelfilter, gegen Dämpfe Gasfilter. Masken dichten bei Bart nicht ab. Bartträger brauchen ein Gebläsegerät mit Haube oder Helm.

Atemschutz ist eine Belastung

Atemschutz strengt an. Je nach Gerät gibt es Tragezeitbegrenzungen und eine arbeitsmedizinische Vorsorge. Die richtige Benutzung wird mit Ihnen geübt.

Beispielfrage

Welche Krankheit kann quarzhaltiger Feinstaub verursachen?

  • Silikose und Lungenkrebs
  • Nur leichten Husten
  • Hautausschlag

Richtige Antwort: Silikose und Lungenkrebs

Freie kristalline Kieselsäure schädigt die Lunge dauerhaft.

Bauchemie, Gefahrstoffe und Hautschutz

Gefahrstoffe: mündliche Unterweisung am Arbeitsplatz nötig, Teilnahme per Unterschrift bestätigen (GefStoffV § 14).

Worum es geht

Farben, Kleber, Grundierungen, Mörtel und Reiniger können Gefahrstoffe sein. Sie gelangen über die Haut, die Atemwege oder den Mund in den Körper. Dieser Teil bereitet Sie vor. Die Unterweisung zu Ihren Produkten erfolgt mündlich anhand der Betriebsanweisung.

Kennzeichnung und Betriebsanweisung

Achten Sie auf die Gefahrensymbole auf dem Gebinde. Lesen Sie die Betriebsanweisung zu jedem Produkt, mit dem Sie arbeiten. Dort steht, wie Sie sich schützen und was im Notfall zu tun ist.

Richtig aufbewahren

Nutzen Sie nur Originalgebinde oder zugelassene Behälter, die genauso gekennzeichnet sind. Füllen Sie nie etwas in Getränkeflaschen um.

Hygiene

Beim Umgang mit Gefahrstoffen essen, trinken und rauchen Sie nicht. Ziehen Sie benetzte Kleidung sofort aus. Bewahren Sie Arbeitskleidung getrennt von der Straßenkleidung auf.

Hautschutz

Schutzhandschuhe gehen vor Hautschutzcreme. Creme ersetzt keinen Handschuh. Halten Sie sich an den Hautschutzplan. Er sagt, welcher Handschuh und welches Mittel zu welcher Arbeit passt.

Reinigen und pflegen

Reinigen Sie die Haut schonend, ohne Lösemittel und möglichst ohne Reibemittel. Trocknen Sie die Hände gut ab. Pflegen Sie die Haut nach der Arbeit, denn rissige Haut nimmt Schadstoffe leichter auf.

Hautprobleme melden

Melden Sie Rötungen, Juckreiz oder Risse früh. Je nach Tätigkeit gibt es eine arbeitsmedizinische Vorsorge.

Beispielfrage

Über welche Wege können Gefahrstoffe in den Körper gelangen?

  • Nur über den Mund
  • Über Haut, Atemwege und Mund
  • Nur über die Atemwege

Richtige Antwort: Über Haut, Atemwege und Mund

Alle drei Aufnahmewege müssen beim Schutz beachtet werden.

Heben, Tragen, Hitze und UV-Strahlung

Worum es geht

Schweres Heben, Zwangshaltungen und Knien belasten Rücken und Gelenke. Arbeit in der Sonne kann zu Sonnenbrand, Hautkrebs und Hitzeerkrankungen führen.

Hilfsmittel zuerst

Nutzen Sie Kran, Schubkarre, Transportzange oder Saugheber. Lassen Sie Material möglichst direkt an den Einbauort liefern. Lagern Sie es erhöht, damit Sie sich nicht bücken müssen.

Richtig heben

Gehen Sie nah an die Last. Heben Sie mit geradem Rücken und halten Sie die Last dicht am Körper. Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen und Verdrehen. Schwere Lasten teilen Sie auf oder tragen sie zu zweit.

Abwechseln

Wechseln Sie die Haltung und machen Sie kurze Pausen. Bei knienden Arbeiten tragen Sie Knieschutz.

Schutz vor Sonne

Arbeiten Sie im Schatten, wo es geht. Tragen Sie körperbedeckende Kleidung, eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz und eine Sonnenbrille. Auf freie Haut kommt Sonnenschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 30, alle 2 Stunden neu.

Hitzeerkrankungen

Bei Sonnenstich lagern Sie die Person mit leicht erhöhtem Kopf und kühlen den Kopf. Bei Hitzeerschöpfung erhöhen Sie Kopf und Beine leicht und bieten Trinken an. Bei Hitzschlag ziehen Sie schwere Kleidung aus und kühlen mit Wasser. Holen Sie Ersthelfende dazu.

Beispielfrage

Was kommt beim Transport schwerer Lasten zuerst?

  • Schnell allein tragen
  • Last mit rundem Rücken anheben
  • Hilfsmittel wie Schubkarre, Kran oder Saugheber nutzen

Richtige Antwort: Hilfsmittel wie Schubkarre, Kran oder Saugheber nutzen

Technische Hilfen entlasten den Körper am meisten.

Erste Hilfe, Notruf und Unfallmeldung

Worum es geht

Bei einem Unfall zählt jede Minute. Erste Hilfe beginnt am Unfallort und endet erst, wenn der Rettungsdienst übernimmt. Jede Person im Betrieb ist ein Glied dieser Rettungskette. Sie müssen nicht Ärztin oder Arzt sein, um zu helfen.

Was Sie in Ihrem Betrieb wissen müssen

- Wer bei uns Ersthelferin oder Ersthelfer ist. - Wo der Verbandkasten und weiteres Erste-Hilfe-Material liegen. - Wo und wie Sie einen Notruf absetzen. - Wem Sie einen Unfall melden. Diese Angaben stehen auf dem Aushang zur Ersten Hilfe. Sehen Sie ihn sich an.

Sofortmaßnahmen

Sichern Sie zuerst die Unfallstelle ab und bringen Sie Verletzte aus der Gefahrenzone, wenn das ohne Gefahr für Sie möglich ist. Setzen Sie dann den Notruf ab. Bis Hilfe kommt: bei Bedarf Herz-Lungen-Wiederbelebung, starke Blutungen stillen, stabile Seitenlage, Betroffene betreuen. Bringen Sie sich selbst nicht in erhebliche Gefahr.

Der Notruf 112

Die Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr ist bundesweit 112. Sagen Sie zuerst, wo der Notfall ist: Ort, Straße, Hausnummer, Gebäude, Stockwerk. Legen Sie dann nicht auf. Die Leitstelle stellt Fragen, zum Beispiel was passiert ist und wie viele Verletzte es gibt.

Jeden Unfall melden

Melden Sie jeden Unfall sofort Ihrer verantwortlichen Person, auch wenn er klein wirkt. Kann die verletzte Person das nicht selbst, meldet ihn die Person, die zuerst davon erfährt. Der Betrieb muss schwere Unfälle mit mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit der Berufsgenossenschaft anzeigen. Dafür braucht er Ihre Meldung.

Eintrag ins Verbandbuch

Jede Erste-Hilfe-Leistung wird dokumentiert, zum Beispiel im Verbandbuch oder Meldeblock. Eingetragen werden Zeit, Ort, Hergang, Art der Verletzung, die geleistete Hilfe und die Namen von Verletzten, Zeugen und Helfenden. Der Eintrag ist Ihr Nachweis, falls aus einer kleinen Verletzung später eine größere wird. Er wird fünf Jahre vertraulich aufbewahrt.

Zum Arzt nach einem Arbeitsunfall

Wenn Sie nach einem Arbeits- oder Wegeunfall über den Unfalltag hinaus nicht arbeiten können oder die Behandlung voraussichtlich länger als eine Woche dauert, gehen Sie zu einem Durchgangsarzt. Sagen Sie in der Praxis immer, dass es ein Arbeitsunfall war. Bei Verletzungen an Augen oder Hals, Nase, Ohren gehen Sie zu einer Fachärztin oder einem Facharzt dieses Gebiets.

Ersthelfer werden

Ersthelferinnen und Ersthelfer werden bei einer von der Berufsgenossenschaft anerkannten Stelle ausgebildet und in der Regel alle zwei Jahre fortgebildet. Beschäftigte sollen sich dafür ausbilden lassen, wenn keine persönlichen Gründe dagegen sprechen. Sprechen Sie Ihre verantwortliche Person an.

Beispielfrage

Welche Nummer wählen Sie für Rettungsdienst und Feuerwehr?

  • 110
  • 112
  • 116 117

Richtige Antwort: 112

Die 112 ist bundesweit die Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr.

Brandschutz, Fluchtwege und Verhalten im Brandfall

Worum es geht

Ein Brand breitet sich schnell aus, und Rauch ist oft gefährlicher als die Flammen. Sie lernen hier, wie Sie Brände vermeiden, wie Sie im Ernstfall hinauskommen und wann Sie selbst löschen dürfen.

Fluchtwege kennen

Fluchtwege und Notausgänge sind mit grünen Schildern gekennzeichnet, die auch im Dunkeln sichtbar sind. Wo ein Flucht- und Rettungsplan hängt, zeigt er Ihren Weg nach draußen, die Feuerlöscher und die Sammelstelle. Gehen Sie Ihre Fluchtwege einmal bewusst ab, damit Sie sie im Ernstfall finden.

Fluchtwege freihalten

Fluchtwege und Notausgänge müssen immer frei sein, auch für kurze Zeit. Stellen Sie dort keine Kartons, Wagen oder Möbel ab. Notausgänge dürfen nicht abgeschlossen sein, solange Menschen im Gebäude sind. Sie müssen sich von innen ohne Schlüssel öffnen lassen. Achten Sie auch draußen darauf, dass vor Notausgängen nichts steht.

Wenn es brennt

1. Ruhe bewahren. 2. Andere warnen und Alarm auslösen. Nehmen Sie jeden Alarm ernst, auch wenn Sie eine Übung vermuten. 3. Feuerwehr über 112 rufen: wo es brennt und was brennt. Auf Rückfragen warten. 4. Kleine Entstehungsbrände nur löschen, wenn Sie sich dabei nicht gefährden. 5. Breitet sich der Brand aus: sofort raus. Menschenleben gehen vor.

Richtig flüchten

Folgen Sie den gekennzeichneten Fluchtwegen und benutzen Sie keine Aufzüge. Bei Rauch bewegen Sie sich gebückt fort, weil die Luft unten besser ist. Helfen Sie Menschen mit Behinderung und Ortsfremden, und gehen Sie zur Sammelstelle, damit niemand vermisst wird.

Feuerlöscher

Feuerlöscher hängen an Stellen mit dem roten Zeichen „Feuerlöscher“. Stellen Sie nichts davor. Nicht jeder Löscher passt zu jedem Brand. Für brennendes Fett und Öl in Fritteusen gibt es eigene Löscher der Brandklasse F. Ein Prüfvermerk am Löscher zeigt die letzte Wartung. Fehlt er oder ist der Löscher beschädigt, melden Sie das.

Brandschutzhelfer

Ihr Betrieb benennt Brandschutzhelferinnen und Brandschutzhelfer. Sie werden im Umgang mit Feuerlöschern unterwiesen und üben das Löschen praktisch. Fragen Sie nach, wer das bei Ihnen ist.

Brände vermeiden

Viele Brände entstehen an elektrischen Geräten. Halten Sie Lüftungsschlitze frei und lassen Sie Geräte, die heiß werden, nicht unbeobachtet laufen. Stecken Sie keine Mehrfachsteckdosen hintereinander und schalten Sie Geräte nach Gebrauch ganz aus.

Beispielfrage

Vor einem Notausgang sollen kurz Kartons abgestellt werden. Was ist richtig?

  • Für eine Stunde ist das in Ordnung
  • Notausgänge müssen immer frei bleiben
  • Nur nachts ist das erlaubt

Richtige Antwort: Notausgänge müssen immer frei bleiben

Fluchtwege und Notausgänge müssen ständig frei sein. Ein Brand kündigt sich nicht an.

Elektrische Geräte sicher benutzen

Worum es geht

Beschädigte Kabel, Stecker und Geräte können einen Stromschlag oder einen Brand auslösen. Viele Schäden sehen Sie mit bloßem Auge, wenn Sie kurz hinschauen.

Vor jeder Benutzung ansehen

Sehen Sie sich Gerät, Kabel und Stecker vor der Benutzung kurz an. Achten Sie auf gebrochene Gehäuse, Quetschungen oder Risse am Kabel, lose Stecker und Schmorspuren.

Schäden melden, Gerät nicht benutzen

Ein beschädigtes Gerät nehmen Sie sofort außer Betrieb und melden den Schaden. Kleben Sie Kabel nicht mit Isolierband. Reparieren dürfen nur Elektrofachleute.

Prüfplakette

Viele Geräte tragen eine Plakette mit dem nächsten Prüftermin. Daran sehen Sie, ob das Gerät geprüft ist. Die Plakette ersetzt nicht Ihren eigenen Blick. Ein Schaden kann jederzeit neu entstehen.

Mehrfachsteckdosen und Kabeltrommeln

Stecken Sie keine Mehrfachsteckdosen hintereinander. Schließen Sie nicht mehrere große Verbraucher gleichzeitig an eine Mehrfachsteckdose an, zum Beispiel Herd, Spülmaschine oder Waschmaschine. Rollen Sie Kabeltrommeln vor der Benutzung ganz ab. Sonst kann das Kabel heiß werden.

Wärme und Wasser

Halten Sie Lüftungsschlitze frei. Stellen Sie keine Pflanzen oder Getränke auf Geräte. Geräte, die heiß werden, wie Herd, Grill oder Bügeleisen, lassen Sie im Betrieb nicht unbeobachtet. Schalten Sie Geräte nach Gebrauch ganz aus statt im Stand-by zu lassen.

Beispielfrage

Wann sehen Sie sich ein elektrisches Gerät auf Schäden an?

  • Vor jeder Benutzung
  • Einmal im Jahr
  • Nur wenn es nicht mehr funktioniert

Richtige Antwort: Vor jeder Benutzung

Vor der Benutzung soll jedes Gerät auf erkennbare Mängel angesehen werden.

Quellen und Stand

Vorlagenstand: 2026-11-01. Die Texte der Unterweisungsmappe beruhen auf den folgenden Handlungshilfen und ersetzen keine Prüfung der Verhältnisse in Ihrem Betrieb.

Unterweisungsthemen aller Branchen und Fristen der Unterweisung.

Legen Sie Ihren Betrieb an und stellen Sie die Unterweisung für die Tätigkeiten Ihrer Beschäftigten zusammen. Jeder Beschäftigte erhält einen persönlichen Link mit Verständnisfragen und Bestätigung.

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