Unterweisungsmappe

Unterweisung Arztpraxis und Pflege

Für Arztpraxis und Pflege enthält diese Vorlage Unterweisungstexte zu Stich- und Schnittverletzungen vermeiden und richtig handeln, Infektionsschutz, Hygieneplan und Schutzkleidung, Sicherer Umgang mit Desinfektions- und Reinigungsmitteln sowie allgemeine Arbeitsschutzthemen. Sie können alle Texte und je eine Verständnisfrage unten lesen und an die Arbeitsplätze Ihres Betriebs anpassen.

Themen der Vorlage

Wählen Sie anhand Ihrer Gefährdungsbeurteilung für Arztpraxis und Pflege die passenden Themen aus. Ergänzen Sie die betrieblichen Abläufe und Ansprechpersonen. § 12 ArbSchG verlangt Anweisungen und Erläuterungen zum jeweiligen Arbeitsplatz oder Aufgabenbereich.

Texte besprechen und Verständnis prüfen

Die Texte dienen zur Vorbereitung. Nach DGUV Regel 100-001, Abschnitt 2.3.1, müssen Rückfragen an die unterweisende Person möglich sein und die Inhalte verstanden werden. Ergänzen Sie den digitalen Teil durch ein Nachgespräch und erforderliche praktische Vermittlung.

Zur Form: Wann eine Online-Unterweisung ausreicht. Zur Dokumentation: Unterweisungsnachweis mit Inhalten und Teilnehmenden.

Stich- und Schnittverletzungen vermeiden und richtig handeln

Biostoffe: mündliche Unterweisung nötig, Teilnahme per Unterschrift bestätigen (BioStoffV § 14).

Worum es geht

Über Stiche und Schnitte mit benutzten Kanülen, Lanzetten oder Skalpellen können Hepatitis B, Hepatitis C und HIV übertragen werden. Besonders gefährlich sind Blutentnahmen, Punktionen und das Legen von Gefäßzugängen. Viele Verletzungen passieren erst beim Entsorgen.

Sichere Instrumente nutzen

Nutzen Sie die bereitgestellten Sicherheitsgeräte, z. B. Sicherheitskanülen und Sicherheitslanzetten. Lösen Sie den Schutzmechanismus direkt nach Gebrauch aus. Setzen Sie ihn nie außer Kraft.

Nie zurückstecken

Stecken Sie gebrauchte Kanülen nie in die Schutzkappe zurück. Verbiegen oder knicken Sie Kanülen nicht ab, außer das dient dem Auslösen des eingebauten Schutzes.

Sofort entsorgen

Werfen Sie spitze und scharfe Instrumente direkt nach Gebrauch selbst in den Abwurfbehälter. Auch Instrumente mit ausgelöstem Schutz gehören dort hinein. Legen Sie nichts auf Nachttisch, Tablett oder Bett ab. Behälter nicht überfüllen und nicht umfüllen. In der ambulanten Pflege nehmen Sie den Abwurfbehälter mit zum Einsatz.

Sofort nach einer Verletzung

Offene Wunde: Blutfluss fördern, dann gründlich desinfizieren. Haut: intensiv desinfizieren. Auge oder Schleimhaut: sofort mit Wasser oder Kochsalzlösung spülen, mit dem, was am schnellsten erreichbar ist. Hören Sie mit der Arbeit auf.

Danach schnell zur Ärztin oder zum Arzt

Stellen Sie sich umgehend bei der im Notfallplan genannten Stelle vor, meist einer Durchgangsärztin oder einem Durchgangsarzt. Eine HIV-Prophylaxe sollte innerhalb von zwei Stunden beginnen können. Nehmen Sie Ihren Impfausweis mit oder reichen Sie ihn zeitnah nach.

Melden und dokumentieren

Tragen Sie jede Verletzung ins Verbandbuch ein und informieren Sie die verantwortliche Person. Nur so kann der Betrieb Ursachen erkennen und die Unfallversicherung die Nachsorge übernehmen.

Impfschutz

Der Betrieb bietet arbeitsmedizinische Vorsorge mit Impfangebot gegen Hepatitis B an. Nutzen Sie es und lassen Sie Impfungen im Impfausweis eintragen.

Beispielfrage

Was tun Sie mit einer gebrauchten Kanüle?

  • Schutzkappe aufsetzen und später entsorgen
  • Sofort selbst in den Abwurfbehälter werfen
  • Auf dem Tablett ablegen, bis die Behandlung fertig ist

Richtige Antwort: Sofort selbst in den Abwurfbehälter werfen

Kanülen werden direkt nach Gebrauch im Abwurfbehälter entsorgt; Zurückstecken und Ablegen sind häufige Unfallursachen.

Infektionsschutz, Hygieneplan und Schutzkleidung

Biostoffe: mündliche Unterweisung nötig, Teilnahme per Unterschrift bestätigen (BioStoffV § 14).

Wie Erreger übertragen werden

Über Stiche und Schnitte, über die Luft (Tröpfchen, Aerosole) und über Haut- oder Mundkontakt, z. B. mit Ausscheidungen, Erbrochenem oder Wunden. Alle Körperflüssigkeiten können Krankheitserreger enthalten.

Hygieneplan und Betriebsanweisung

Der Hygieneplan legt fest, wie gereinigt, desinfiziert und entsorgt wird. Die Betriebsanweisung nennt Gefahren, Schutzmaßnahmen und das Verhalten bei Unfällen. Beide müssen für Sie einsehbar sein. Halten Sie sich daran.

Hände desinfizieren

Vor und nach direktem Patientenkontakt, vor aseptischen Tätigkeiten, nach Kontakt mit Blut, Sekreten oder Ausscheidungen und nach dem Ablegen von Handschuhen. Tragen Sie dabei keinen Schmuck, keine Ringe, Uhren oder künstlichen Fingernägel an Händen und Unterarmen. Nägel kurz und rund.

Handschuhe und Schutzkleidung

Bei möglichem Blutkontakt, etwa bei Wundversorgung oder Blutentnahme, tragen Sie medizinische Einmalhandschuhe. Ist mit Verschmutzung der Kleidung zu rechnen, tragen Sie die gestellte Schutzkleidung, z. B. flüssigkeitsdichte Schürze. Wann was zu tragen ist, legt der Betrieb fest.

Kleidung trennen

Betreten Sie Pausenräume nicht mit Schutzkleidung oder verschmutzter Arbeitskleidung. Verschmutzte Arbeits- und Schutzkleidung kommt in den vorgesehenen Wäschesack und wird vom Betrieb gewaschen, nicht zu Hause mit privater Wäsche.

Essen und Trinken

Essen, trinken oder lagern Sie keine Lebensmittel dort, wo Kontakt mit Erregern möglich ist. Nutzen Sie den Pausenbereich.

In der Wohnung der Gepflegten

Nehmen Sie Händedesinfektionsmittel, Tücher und Schutzausrüstung mit. Desinfizieren Sie auch im Auto Hände und Kontaktflächen wie Lenkrad und Griffe nach den Vorgaben. Bei besonderen Infektionen (z. B. MRSA, Tbc, Krätze) gelten zusätzliche Regeln. Fragen Sie nach.

Vorsorge und Impfungen

Sie haben Anspruch auf arbeitsmedizinische Vorsorge. Sprechen Sie dort über Impfungen und über persönliche Risiken, z. B. bei geschwächter Abwehr, Hautschäden oder Schwangerschaft.

Beispielfrage

Wann desinfizieren Sie Ihre Hände?

  • Nur wenn sie sichtbar schmutzig sind
  • Nur am Ende der Schicht
  • Vor und nach direktem Patientenkontakt und nach dem Ausziehen von Handschuhen

Richtige Antwort: Vor und nach direktem Patientenkontakt und nach dem Ausziehen von Handschuhen

Erreger gelangen auch über unbemerkte Undichtigkeiten oder beim Abstreifen der Handschuhe an die Hände.

Sicherer Umgang mit Desinfektions- und Reinigungsmitteln

Gefahrstoffe: mündliche Unterweisung am Arbeitsplatz nötig, Teilnahme per Unterschrift bestätigen (GefStoffV § 14).

Worum es geht

Viele Desinfektions- und Reinigungsmittel sind Gefahrstoffe. Sie erkennen sie an den Gefahrenpiktogrammen. Sie können Haut und Augen reizen, Allergien auslösen und Dämpfe abgeben. Alkoholische Mittel sind leicht entzündbar.

Betriebsanweisung und Plan lesen

Die Betriebsanweisung nennt Gefahren, Schutzausrüstung und Verhalten im Notfall. Der Reinigungs- und Desinfektionsplan sagt, was, wann und womit Sie reinigen. Halten Sie die dort genannte Konzentration genau ein.

Richtig ansetzen

Nutzen Sie Dosiergeräte oder Dosierhilfen wie Pumpe, Beutel oder Messbecher. Verdünnen Sie mit kaltem Wasser. Mischen Sie verschiedene Produkte nie, außer der Hersteller erlaubt es.

Schutzausrüstung

Beim Ansetzen aus Konzentrat tragen Sie Chemikalienschutzhandschuhe (z. B. Nitril), Schutzbrille und bei Bedarf Schürze. Medizinische Einmalhandschuhe schützen dabei nicht ausreichend.

Wischen statt sprühen

Desinfizieren Sie Flächen durch Wischen. Sprühen nur, wo Wischen nicht hinkommt. Lüften Sie, decken Sie Desinfektionsbäder ab und schließen Sie Gefäße nach jeder Entnahme.

Brandgefahr

Verwenden Sie alkoholische Mittel nicht in der Nähe von offenen Flammen oder anderen Zündquellen. Lassen Sie sie abtrocknen, bevor Sie elektrische Geräte einsetzen. Lagern Sie sie nicht in Fluchtwegen und am Arbeitsplatz nur den Tagesbedarf.

Lagern und Kennzeichnen

Bewahren Sie Mittel möglichst im Originalbehälter auf, getrennt von Lebensmitteln. Füllen Sie nie in Getränkeflaschen um. Abgefüllte Mittel immer beschriften.

Wenn etwas passiert

Spritzer im Auge sofort gründlich mit Wasser ausspülen und bei reizenden Mitteln zur Augenärztin oder zum Augenarzt. Sicherheitsdatenblatt oder Produktinfo mitnehmen. Verschüttetes sofort mit Bindemittel aufnehmen. In der Wohnung der Gepflegten tragen Sie Haushaltshandschuhe und nutzen keine unbekannten Hausmittel.

Beispielfrage

Welche Handschuhe tragen Sie beim Ansetzen einer Desinfektionslösung aus Konzentrat?

  • Medizinische Einmalhandschuhe
  • Chemikalienschutzhandschuhe, z. B. aus Nitril
  • Keine, das Konzentrat wird ja verdünnt

Richtige Antwort: Chemikalienschutzhandschuhe, z. B. aus Nitril

Medizinische Einmalhandschuhe sind für Konzentrate nicht geeignet.

Hautschutz und Händehygiene

Warum die Haut leidet

Häufiges Händewaschen, langes Tragen von Handschuhen und Kontakt mit Desinfektions- und Reinigungsmitteln schädigen die Hautbarriere. Folgen können Ekzeme und Allergien sein. Der Hautschutz- und Händehygieneplan zeigt, was Sie wann tun.

Schützen

Cremen Sie Hautschutz vor Arbeitsbeginn, nach Pausen und nach dem Händewaschen ein. Auch Fingerzwischenräume, Nagelfalze und Handgelenke. Am Arbeitsende pflegen Sie die Haut mit einer Pflegecreme.

Desinfizieren statt waschen

Die Händedesinfektion ist hautschonender als Waschen. Reiben Sie etwa eine hohle Hand voll Mittel in die trockenen Hände ein und halten Sie sie für die Einwirkzeit feucht. Nicht abtrocknen. Waschen Sie die Hände nur, wenn nötig: bei Arbeitsbeginn, bei sichtbarem Schmutz, nach dem Toilettengang.

Richtig waschen

Nehmen Sie lauwarmes Wasser und ein pH-hautneutrales Waschpräparat. Trocknen Sie gründlich mit Einmalhandtüchern, auch zwischen den Fingern.

Handschuhe richtig nutzen

Ziehen Sie Handschuhe nur auf trockene Hände; Desinfektionsmittel und Creme müssen eingezogen sein. Tragen Sie Handschuhe so oft und lange wie nötig, aber nicht länger. Bei längerer Tragezeit helfen Baumwollhandschuhe darunter. Keine gepuderten Handschuhe.

Handschuhe auch bei Salben

Tragen Sie Handschuhe beim Einreiben mit wirkstoffhaltigen Mitteln wie Cortisonsalbe oder Rheumasalbe und bei längerem Kontakt mit Wasser, z. B. bei der Körperpflege.

Hautprobleme früh melden

Melden Sie gerötete, rissige oder juckende Haut früh der verantwortlichen Person. Der Betrieb kann arbeitsmedizinische Vorsorge „Haut“ anbieten.

Beispielfrage

Wann tragen Sie Hautschutzcreme auf?

  • Nur am Abend
  • Vor Arbeitsbeginn, nach Pausen und nach dem Händewaschen
  • Nur wenn die Haut schon rissig ist

Richtige Antwort: Vor Arbeitsbeginn, nach Pausen und nach dem Händewaschen

So steht es im BGW-Hautschutzplan; Schutz wirkt vorbeugend.

Menschen rückengerecht bewegen und Hilfsmittel nutzen

Worum es geht

Bewegen, Umlagern und Umsetzen von Menschen belastet Rücken, Schultern und Nacken. Dauerhafte Belastung kann zu ernsten Erkrankungen führen.

Erst die Fähigkeiten der Person nutzen

Fragen Sie sich zuerst: Was kann die Person selbst? Lassen Sie sie mithelfen. Das spart Kraft und aktiviert die Person.

Technische Hilfsmittel

Nutzen Sie, was da ist: elektrisch verstellbares Pflegebett, Lifter, Duschstuhl oder Toilettenstuhl. Stellen Sie das Bett auf eine gute Arbeitshöhe. Prüfen Sie Hilfsmittel vor Gebrauch mit einem Blick auf Zustand und Funktion.

Kleine Hilfsmittel

Gleitmatte oder Gleittuch erleichtert das Verschieben im Bett. Eine Antirutschmatte hält die Füße, aber nicht im Nassbereich. Das Rutschbrett muss auf beiden Seiten stabil aufliegen. Der Haltegürtel dient zum Führen und Halten, nicht zum Heben.

Nicht allein überfordern

Bei stark übergewichtigen oder sehr unterstützungsbedürftigen Menschen arbeiten Sie mit technischen Hilfsmitteln. Fehlt ein nötiges Hilfsmittel in der Wohnung, melden Sie das. Der Bedarf wird früh in der Pflegeplanung geklärt.

Umgebung vorbereiten

Räumen Sie Stolperstellen wie Teppiche oder Kabel aus dem Weg und sorgen Sie für Platz und Licht. Tragen Sie feste, haltgebende Schuhe.

Beispielfrage

Was prüfen Sie zuerst, bevor Sie eine Person umsetzen?

  • Was die Person selbst noch kann
  • Wie schnell es gehen muss
  • Ob eine Kollegin zuschaut

Richtige Antwort: Was die Person selbst noch kann

Die Ressourcen der Person zu nutzen, vermeidet unnötige Last und aktiviert sie.

Umgang mit Aggression und Gewalt

Worum es geht

In Praxis und Pflege erleben Beschäftigte Beschimpfungen, Bedrohungen und manchmal Angriffe. Auch eine glaubhafte Drohung kann sehr belasten.

Früh deeskalieren

Deeskalation wirkt am besten früh. Sprechen Sie ruhig und mit tiefer Stimme, zeigen Sie Respekt und Verständnis. Kontrollieren Sie die Situation, nicht die Person. Gewinnen Sie Zeit.

Abstand halten

Halten Sie mehr als eine Armlänge Abstand. Treten Sie selbstbewusst auf, ohne zu provozieren. Achten Sie auch auf unbeteiligte Personen.

Hilfe holen

Fragen Sie sich ehrlich: Schaffe ich das allein? Holen Sie Kolleginnen oder Kollegen dazu. Kennen Sie Alarmknopf, Notrufnummer und Notfallplan. In der ambulanten Pflege haben Sie das Handy geladen und mit Empfang dabei.

Sexuelle Belästigung

Benennen Sie unangenehmes Verhalten klar und sagen Sie deutlich, dass Sie das nicht wollen.

Jeden Vorfall dokumentieren

Halten Sie jeden Übergriff und jede Drohung fest, z. B. im Verbandbuch, und informieren Sie die verantwortliche Person. Ein Gewaltvorfall mit körperlicher oder seelischer Verletzung ist ein Arbeitsunfall. Die Dokumentation hilft, wenn Beschwerden erst später auftreten.

Nach dem Vorfall

Reden hilft. Nehmen Sie Gesprächsangebote und Hilfe an; das ist keine Schwäche. Beschwerden wie Schlafstörungen oder Schreckhaftigkeit können auch Tage später kommen.

Beispielfrage

Ein Patient wird am Empfang laut und wütend. Was hilft am ehesten?

  • Laut zurück antworten
  • Ruhig und mit tiefer Stimme sprechen und Verständnis zeigen
  • Ihn am Arm festhalten

Richtige Antwort: Ruhig und mit tiefer Stimme sprechen und Verständnis zeigen

Ruhige Sprache und Respekt gehören zu den Grundregeln der Deeskalation.

Sicher unterwegs bei Touren und Hausbesuchen

Worum es geht

In der ambulanten Pflege und bei Hausbesuchen fahren Sie viel. Verkehrsunfälle können schwer oder tödlich enden. Stress, Eile, schlechtes Wetter und falsche Bereifung erhöhen das Risiko.

Vor der Fahrt

Prüfen Sie das Fahrzeug nach der Checkliste. Melden Sie Mängel an Reifen, Bremsen oder Licht sofort. Sichern Sie Pflegekoffer und Hilfsmittel, damit beim Bremsen nichts nach vorn fliegt.

Während der Fahrt

Schnallen Sie sich immer an. Telefonieren Sie nur mit Freisprechanlage, bedienen Sie das Handy nicht am Steuer. Passen Sie die Geschwindigkeit an Wetter und Verkehr an.

Zeitdruck

Kommt eine Tour durcheinander, rufen Sie lieber an, als zu rasen. Touren sollen mit Zeitpuffer geplant sein; melden Sie, wenn das nicht passt.

Wege und Treppen

Viele Unfälle sind Stürze auf Wegen und Treppen, besonders bei Schnee und Glätte. Tragen Sie haltgebende Schuhe und nehmen Sie sich Zeit.

Vor Ort

In fremden Wohnungen gibt es eigene Gefahren: enge Bäder, Stolperstellen, ungeprüfte Elektrogeräte, aggressive Hunde. Geben Sie solche Hinweise im Team weiter, damit sich alle vorbereiten können.

Beispielfrage

Sie sind spät dran. Was ist richtig?

  • Schneller fahren, um die Zeit aufzuholen
  • Vor der Abfahrt kurz Bescheid geben und dann angepasst fahren
  • Während der Fahrt am Handy die nächste Adresse suchen

Richtige Antwort: Vor der Abfahrt kurz Bescheid geben und dann angepasst fahren

Eile erhöht das Unfallrisiko; die Planung muss angepasst werden, nicht das Tempo.

Erste Hilfe, Notruf und Unfallmeldung

Worum es geht

Bei einem Unfall zählt jede Minute. Erste Hilfe beginnt am Unfallort und endet erst, wenn der Rettungsdienst übernimmt. Jede Person im Betrieb ist ein Glied dieser Rettungskette. Sie müssen nicht Ärztin oder Arzt sein, um zu helfen.

Was Sie in Ihrem Betrieb wissen müssen

- Wer bei uns Ersthelferin oder Ersthelfer ist. - Wo der Verbandkasten und weiteres Erste-Hilfe-Material liegen. - Wo und wie Sie einen Notruf absetzen. - Wem Sie einen Unfall melden. Diese Angaben stehen auf dem Aushang zur Ersten Hilfe. Sehen Sie ihn sich an.

Sofortmaßnahmen

Sichern Sie zuerst die Unfallstelle ab und bringen Sie Verletzte aus der Gefahrenzone, wenn das ohne Gefahr für Sie möglich ist. Setzen Sie dann den Notruf ab. Bis Hilfe kommt: bei Bedarf Herz-Lungen-Wiederbelebung, starke Blutungen stillen, stabile Seitenlage, Betroffene betreuen. Bringen Sie sich selbst nicht in erhebliche Gefahr.

Der Notruf 112

Die Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr ist bundesweit 112. Sagen Sie zuerst, wo der Notfall ist: Ort, Straße, Hausnummer, Gebäude, Stockwerk. Legen Sie dann nicht auf. Die Leitstelle stellt Fragen, zum Beispiel was passiert ist und wie viele Verletzte es gibt.

Jeden Unfall melden

Melden Sie jeden Unfall sofort Ihrer verantwortlichen Person, auch wenn er klein wirkt. Kann die verletzte Person das nicht selbst, meldet ihn die Person, die zuerst davon erfährt. Der Betrieb muss schwere Unfälle mit mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit der Berufsgenossenschaft anzeigen. Dafür braucht er Ihre Meldung.

Eintrag ins Verbandbuch

Jede Erste-Hilfe-Leistung wird dokumentiert, zum Beispiel im Verbandbuch oder Meldeblock. Eingetragen werden Zeit, Ort, Hergang, Art der Verletzung, die geleistete Hilfe und die Namen von Verletzten, Zeugen und Helfenden. Der Eintrag ist Ihr Nachweis, falls aus einer kleinen Verletzung später eine größere wird. Er wird fünf Jahre vertraulich aufbewahrt.

Zum Arzt nach einem Arbeitsunfall

Wenn Sie nach einem Arbeits- oder Wegeunfall über den Unfalltag hinaus nicht arbeiten können oder die Behandlung voraussichtlich länger als eine Woche dauert, gehen Sie zu einem Durchgangsarzt. Sagen Sie in der Praxis immer, dass es ein Arbeitsunfall war. Bei Verletzungen an Augen oder Hals, Nase, Ohren gehen Sie zu einer Fachärztin oder einem Facharzt dieses Gebiets.

Ersthelfer werden

Ersthelferinnen und Ersthelfer werden bei einer von der Berufsgenossenschaft anerkannten Stelle ausgebildet und in der Regel alle zwei Jahre fortgebildet. Beschäftigte sollen sich dafür ausbilden lassen, wenn keine persönlichen Gründe dagegen sprechen. Sprechen Sie Ihre verantwortliche Person an.

Beispielfrage

Welche Nummer wählen Sie für Rettungsdienst und Feuerwehr?

  • 110
  • 112
  • 116 117

Richtige Antwort: 112

Die 112 ist bundesweit die Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr.

Brandschutz, Fluchtwege und Verhalten im Brandfall

Worum es geht

Ein Brand breitet sich schnell aus, und Rauch ist oft gefährlicher als die Flammen. Sie lernen hier, wie Sie Brände vermeiden, wie Sie im Ernstfall hinauskommen und wann Sie selbst löschen dürfen.

Fluchtwege kennen

Fluchtwege und Notausgänge sind mit grünen Schildern gekennzeichnet, die auch im Dunkeln sichtbar sind. Wo ein Flucht- und Rettungsplan hängt, zeigt er Ihren Weg nach draußen, die Feuerlöscher und die Sammelstelle. Gehen Sie Ihre Fluchtwege einmal bewusst ab, damit Sie sie im Ernstfall finden.

Fluchtwege freihalten

Fluchtwege und Notausgänge müssen immer frei sein, auch für kurze Zeit. Stellen Sie dort keine Kartons, Wagen oder Möbel ab. Notausgänge dürfen nicht abgeschlossen sein, solange Menschen im Gebäude sind. Sie müssen sich von innen ohne Schlüssel öffnen lassen. Achten Sie auch draußen darauf, dass vor Notausgängen nichts steht.

Wenn es brennt

1. Ruhe bewahren. 2. Andere warnen und Alarm auslösen. Nehmen Sie jeden Alarm ernst, auch wenn Sie eine Übung vermuten. 3. Feuerwehr über 112 rufen: wo es brennt und was brennt. Auf Rückfragen warten. 4. Kleine Entstehungsbrände nur löschen, wenn Sie sich dabei nicht gefährden. 5. Breitet sich der Brand aus: sofort raus. Menschenleben gehen vor.

Richtig flüchten

Folgen Sie den gekennzeichneten Fluchtwegen und benutzen Sie keine Aufzüge. Bei Rauch bewegen Sie sich gebückt fort, weil die Luft unten besser ist. Helfen Sie Menschen mit Behinderung und Ortsfremden, und gehen Sie zur Sammelstelle, damit niemand vermisst wird.

Feuerlöscher

Feuerlöscher hängen an Stellen mit dem roten Zeichen „Feuerlöscher“. Stellen Sie nichts davor. Nicht jeder Löscher passt zu jedem Brand. Für brennendes Fett und Öl in Fritteusen gibt es eigene Löscher der Brandklasse F. Ein Prüfvermerk am Löscher zeigt die letzte Wartung. Fehlt er oder ist der Löscher beschädigt, melden Sie das.

Brandschutzhelfer

Ihr Betrieb benennt Brandschutzhelferinnen und Brandschutzhelfer. Sie werden im Umgang mit Feuerlöschern unterwiesen und üben das Löschen praktisch. Fragen Sie nach, wer das bei Ihnen ist.

Brände vermeiden

Viele Brände entstehen an elektrischen Geräten. Halten Sie Lüftungsschlitze frei und lassen Sie Geräte, die heiß werden, nicht unbeobachtet laufen. Stecken Sie keine Mehrfachsteckdosen hintereinander und schalten Sie Geräte nach Gebrauch ganz aus.

Beispielfrage

Vor einem Notausgang sollen kurz Kartons abgestellt werden. Was ist richtig?

  • Für eine Stunde ist das in Ordnung
  • Notausgänge müssen immer frei bleiben
  • Nur nachts ist das erlaubt

Richtige Antwort: Notausgänge müssen immer frei bleiben

Fluchtwege und Notausgänge müssen ständig frei sein. Ein Brand kündigt sich nicht an.

Elektrische Geräte sicher benutzen

Worum es geht

Beschädigte Kabel, Stecker und Geräte können einen Stromschlag oder einen Brand auslösen. Viele Schäden sehen Sie mit bloßem Auge, wenn Sie kurz hinschauen.

Vor jeder Benutzung ansehen

Sehen Sie sich Gerät, Kabel und Stecker vor der Benutzung kurz an. Achten Sie auf gebrochene Gehäuse, Quetschungen oder Risse am Kabel, lose Stecker und Schmorspuren.

Schäden melden, Gerät nicht benutzen

Ein beschädigtes Gerät nehmen Sie sofort außer Betrieb und melden den Schaden. Kleben Sie Kabel nicht mit Isolierband. Reparieren dürfen nur Elektrofachleute.

Prüfplakette

Viele Geräte tragen eine Plakette mit dem nächsten Prüftermin. Daran sehen Sie, ob das Gerät geprüft ist. Die Plakette ersetzt nicht Ihren eigenen Blick. Ein Schaden kann jederzeit neu entstehen.

Mehrfachsteckdosen und Kabeltrommeln

Stecken Sie keine Mehrfachsteckdosen hintereinander. Schließen Sie nicht mehrere große Verbraucher gleichzeitig an eine Mehrfachsteckdose an, zum Beispiel Herd, Spülmaschine oder Waschmaschine. Rollen Sie Kabeltrommeln vor der Benutzung ganz ab. Sonst kann das Kabel heiß werden.

Wärme und Wasser

Halten Sie Lüftungsschlitze frei. Stellen Sie keine Pflanzen oder Getränke auf Geräte. Geräte, die heiß werden, wie Herd, Grill oder Bügeleisen, lassen Sie im Betrieb nicht unbeobachtet. Schalten Sie Geräte nach Gebrauch ganz aus statt im Stand-by zu lassen.

Beispielfrage

Wann sehen Sie sich ein elektrisches Gerät auf Schäden an?

  • Vor jeder Benutzung
  • Einmal im Jahr
  • Nur wenn es nicht mehr funktioniert

Richtige Antwort: Vor jeder Benutzung

Vor der Benutzung soll jedes Gerät auf erkennbare Mängel angesehen werden.

Quellen und Stand

Vorlagenstand: 2026-11-01. Die Texte der Unterweisungsmappe beruhen auf den folgenden Handlungshilfen und ersetzen keine Prüfung der Verhältnisse in Ihrem Betrieb.

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Legen Sie Ihren Betrieb an und stellen Sie die Unterweisung für die Tätigkeiten Ihrer Beschäftigten zusammen. Jeder Beschäftigte erhält einen persönlichen Link mit Verständnisfragen und Bestätigung.

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