Gefährdungsbeurteilung Arztpraxis und Pflege
Diese Vorlage deckt 5 typische Tätigkeiten mit 23 Gefährdungen ab, jeweils mit Risiko und Maßnahmen in der Reihenfolge Ersatz, Technik, Organisation, Persönliche Schutzausrüstung. Grundlage sind öffentliche Handlungshilfen der BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege), Stand 2026-11-01. Passen Sie sie an Ihren Betrieb an; die Verantwortung bleibt beim Arbeitgeber (§ 5 ArbSchG).
Behandlung und Assistenz (Blutentnahme, Injektion, Wundversorgung)
| Gefährdung | Risiko | Maßnahmen |
|---|---|---|
| Stich- oder Schnittverletzung an gebrauchten Kanülen, Lanzetten oder Skalpellen mit Gefahr einer Infektion mit Hepatitis B, Hepatitis C oder HIV | hoch |
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| Kontakt mit Blut, Sekreten oder Ausscheidungen über Haut, Schleimhaut oder Spritzer ins Auge | mittel |
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| Ansteckung über Tröpfchen und Aerosole bei Patientinnen und Patienten mit Atemwegsinfektionen | mittel |
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| Hautschäden durch häufiges Händewaschen, langes Handschuhtragen und Kontakt mit Desinfektionsmitteln | mittel |
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| Rücken- und Nackenbelastung durch vorgebeugtes Arbeiten an Liegen und Behandlungsstühlen | gering |
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Instrumentenaufbereitung, Reinigung und Desinfektion
| Gefährdung | Risiko | Maßnahmen |
|---|---|---|
| Haut- und Augenkontakt sowie Einatmen von Dämpfen beim Ansetzen von Desinfektionslösungen aus Konzentrat | hoch |
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| Einatmen von Wirkstoffen bei Flächendesinfektion, besonders beim Sprühen und bei offenen Desinfektionsmittelbädern | mittel |
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| Brand- und Explosionsgefahr durch leicht entzündbare alkoholische Desinfektionsmittel | mittel |
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| Stich-, Schnitt- und Infektionsgefahr bei Vorreinigung und Reinigung benutzter Instrumente | hoch |
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| Verbrennungen an heißen Oberflächen und Instrumenten nach der Sterilisation | gering |
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Anmeldung und Patientenkontakt
| Gefährdung | Risiko | Maßnahmen |
|---|---|---|
| Beschimpfungen, Bedrohungen oder Angriffe durch Patientinnen, Patienten oder Angehörige | mittel |
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| Stress durch Zeitdruck, ständige Unterbrechungen durch Telefon und Terminprobleme | mittel |
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| Stolpern, Ausrutschen und Stürzen über Kabel, nasse Böden, Stufen oder ungeeignete Aufstiegshilfen | gering |
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Pflege in der Wohnung der Pflegebedürftigen (Grund- und Behandlungspflege)
| Gefährdung | Risiko | Maßnahmen |
|---|---|---|
| Rücken-, Schulter- und Nackenbelastung beim Bewegen, Umlagern und Umsetzen von Menschen | hoch |
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| Infektionsgefahr bei Kontakt mit Ausscheidungen, Erbrochenem und Wunden, ohne feste Waschgelegenheit | mittel |
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| Stichverletzung bei Blutzuckermessung, Injektionen oder Entsorgung in der Wohnung | hoch |
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| Haut- und Augenreizung durch Reinigungs- und Desinfektionsmittel im Haushalt, gefährliche Reaktionen beim Mischen | gering |
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| Hautkontakt mit Wirkstoffen beim Auftragen von Salben (z. B. Cortison) oder beim Zerkleinern von Tabletten | gering |
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| Aggressives Verhalten von Gepflegten oder Angehörigen bei Alleinarbeit in der Wohnung | mittel |
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Fahrten und Hausbesuche
| Gefährdung | Risiko | Maßnahmen |
|---|---|---|
| Verkehrsunfall bei vielen Fahrten unter Zeitdruck und bei schlechtem Wetter | hoch |
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| Verletzung durch ungesicherte Ladung (Pflegekoffer, Hilfsmittel) beim Bremsen | mittel |
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| Stolpern, Ausrutschen und Stürzen auf Wegen, Treppen und bei Glätte | mittel |
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| Unbekannte Gefahren beim Hausbesuch, z. B. aggressive Hunde, beengte Bäder, ungeprüfte private Elektrogeräte | mittel |
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Unterweisungen für Arztpraxis und Pflege
Unterweisung Arztpraxis und Pflege: vollständige Texte und Beispielfragen
Aus der Gefährdungsbeurteilung folgen die Themen der Unterweisung (§ 12 ArbSchG). Dazu kommen Erste Hilfe, Brandschutz und elektrische Geräte für alle.
- Stich- und Schnittverletzungen vermeiden und richtig handelnmündlich mit Unterschrift oder Übung
- Infektionsschutz, Hygieneplan und Schutzkleidungmündlich mit Unterschrift oder Übung
- Sicherer Umgang mit Desinfektions- und Reinigungsmittelnmündlich mit Unterschrift oder Übung
- Hautschutz und Händehygienejährlich
- Menschen rückengerecht bewegen und Hilfsmittel nutzenjährlich
- Umgang mit Aggression und Gewaltjährlich
- Sicher unterwegs bei Touren und Hausbesuchenjährlich
Beispiel einer Verständnisfrage zu „Stich- und Schnittverletzungen vermeiden und richtig handeln“: Was tun Sie mit einer gebrauchten Kanüle? Richtig ist: Sofort selbst in den Abwurfbehälter werfen. Kanülen werden direkt nach Gebrauch im Abwurfbehälter entsorgt; Zurückstecken und Ablegen sind häufige Unfallursachen.
Quellen
- TRBA 250 – Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege (BAuA/ABAS)
- § 14 BioStoffV – Betriebsanweisung und Unterweisung der Beschäftigten
- TRGS 525 – Gefahrstoffe in Einrichtungen der medizinischen Versorgung (BAuA/AGS)
- BGW 04-05-010 – Gefährdungsbeurteilung in der Arztpraxis (Stand 10/2025)
- BGW 04-05-110 – Gefährdungsbeurteilung in der Pflege (Stand 02/2017)
- BGW 09-20-001 – Risiko Nadelstich: Blutübertragbaren Infektionen wirksam vorbeugen (Stand 09/2021)
- BGW 09-20-002 – Stich- oder Schnittverletzungen: Leitfaden zum Vorgehen bei potenziell infektiösen Verletzungen (03/2021)
- BGW 06-13-110 – Hautschutz- und Händehygieneplan für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege
- BGW Sichere Seiten Pflegeeinrichtungen: Infektionsschutz (Stand 08/2024)
- BGW Sichere Seiten Pflegeeinrichtungen: Gefahrstoffe (Stand 08/2024)
- BGW 07-00-009 – Rückengerecht arbeiten in der ambulanten Pflege (02/2024)
- BGW 08-00-070 – Prävention von Gewalt und Aggression gegen Beschäftigte
Weitere Branchen: alle Vorlagen. Pflicht auch im Kleinbetrieb? Antwort mit Normen.
In Claude angepasst: Branche und Tätigkeiten nennen, Besonderheiten ergänzen, die Gefährdungsbeurteilung Arztpraxis und Pflege als PDF bekommen.
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