Unterweisungsmappe

Unterweisung Gebäudereinigung

Für Gebäudereinigung enthält diese Vorlage Unterweisungstexte zu Rutschen, Stolpern, Stürzen und Abfall, Reinigungs- und Desinfektionsmittel sicher verwenden, Hautschutz bei Feuchtarbeit sowie allgemeine Arbeitsschutzthemen. Sie können alle Texte und je eine Verständnisfrage unten lesen und an die Arbeitsplätze Ihres Betriebs anpassen.

Themen der Vorlage

Wählen Sie anhand Ihrer Gefährdungsbeurteilung für Gebäudereinigung die passenden Themen aus. Ergänzen Sie die betrieblichen Abläufe und Ansprechpersonen. § 12 ArbSchG verlangt Anweisungen und Erläuterungen zum jeweiligen Arbeitsplatz oder Aufgabenbereich.

Texte besprechen und Verständnis prüfen

Die Texte dienen zur Vorbereitung. Nach DGUV Regel 100-001, Abschnitt 2.3.1, müssen Rückfragen an die unterweisende Person möglich sein und die Inhalte verstanden werden. Ergänzen Sie den digitalen Teil durch ein Nachgespräch und erforderliche praktische Vermittlung.

Zur Form: Wann eine Online-Unterweisung ausreicht. Zur Dokumentation: Unterweisungsnachweis mit Inhalten und Teilnehmenden.

Rutschen, Stolpern, Stürzen und Abfall

Worum es geht

Glatte und feuchte Böden, unaufgeräumte Bereiche und Fehltritte auf Treppen gehören in der Gebäudereinigung zu den Unfallschwerpunkten. Die meisten dieser Unfälle lassen sich mit einfachen Regeln vermeiden.

Richtig wischen

Wischen Sie glatte Böden abschnittsweise. Laufen Sie nicht durch die Reinigungsflotte. Betreten Sie bearbeitete Flächen erst, wenn sie abgesaugt oder abgetrocknet sind.

Andere warnen

Stellen Sie bei nassen Flächen das Warnschild „Rutschgefahr“ auf. Trennen Sie bei Publikumsverkehr die Laufwege von Ihrer Arbeitsfläche.

Kabel und Geräte

Führen Sie Kabel so, dass niemand darüber stolpert. Stellen Sie Wagen und Maschinen nicht in Verkehrswege oder Fluchtwege.

Schuhe

Tragen Sie flache, fersenumschließende Schuhe mit rutschhemmender Sohle. Bei Nassarbeiten und Grundreinigung sollen die Schuhe flüssigkeitsdicht sein, auf Baustellen sind Sicherheitsschuhe S3 Pflicht.

Abfall sicher entleeren

Greifen Sie nie in Papierkörbe, Abfallbehälter oder Wäschesäcke. Schütten Sie Behälter aus oder nehmen Sie die Tüte heraus und halten Sie Säcke vom Körper weg.

Rückfragen

Melden Sie beschädigte Bodenbeläge, fehlende Beleuchtung oder andere Stolperstellen im Objekt Ihrer verantwortlichen Person.

Beispielfrage

Wie wischen Sie einen großen glatten Boden am sichersten?

  • Abschnittsweise wischen und nicht durch die Flotte laufen
  • Alles auf einmal nass machen und dann trocknen lassen
  • Mit besonders viel Pflegemittel, damit es schneller geht

Richtige Antwort: Abschnittsweise wischen und nicht durch die Flotte laufen

Abschnittsweises Arbeiten verhindert, dass Sie selbst oder andere über nasse Flächen laufen müssen.

Reinigungs- und Desinfektionsmittel sicher verwenden

Gefahrstoffe: mündliche Unterweisung am Arbeitsplatz nötig, Teilnahme per Unterschrift bestätigen (GefStoffV § 14).

Worum es geht

Viele Reinigungs-, Desinfektions- und Pflegemittel sind Gefahrstoffe. Sie können Haut, Augen und Atemwege reizen oder verätzen und Allergien auslösen. Dieser digitale Teil bereitet die mündliche Unterweisung an Ihrem Arbeitsplatz vor; diese bestätigen Sie mit Ihrer Unterschrift.

Kennzeichnung lesen

Achten Sie auf die Gefahrenpiktogramme auf dem Etikett, zum Beispiel „Ätzwirkung“ oder „Ausrufezeichen“. Die Betriebsanweisung für die Produktgruppe sagt Ihnen, welche Schutzmaßnahmen gelten und was im Notfall zu tun ist.

Niemals mischen

Mischen Sie Reinigungsmittel nie miteinander, auch nicht beim Entsorgen von Resten. Kommen saure Sanitärreiniger mit chlorhaltigen (hypochlorithaltigen) Mitteln zusammen, entsteht giftiges Chlorgas.

Richtig ansetzen

Setzen Sie die Reinigungslösung mit kaltem Wasser an, damit weniger Dämpfe entstehen. Geben Sie den Reiniger ins Wasser, nicht umgekehrt. Nutzen Sie Dosierhilfen und dosieren Sie nach Vorgabe, nicht nach Gefühl.

Lagern und Umfüllen

Bewahren Sie Mittel im verschlossenen, gekennzeichneten Originalgebinde auf. Füllen Sie nie in Getränkeflaschen um und lagern Sie nichts in Pausenräumen oder neben Lebensmitteln.

Schutzausrüstung

Tragen Sie bei Sanitärreinigern und Konzentraten Schutzhandschuhe, bei Spritzgefahr eine Schutzbrille, bei Grundreinigern eine Korbbrille. Einmal-Untersuchungshandschuhe aus Latex schützen nicht vor Reinigungsmitteln. Legen Sie Hand- und Armschmuck vor der Arbeit ab.

Erste Hilfe

Spülen Sie Spritzer im Auge sofort mindestens 10 Minuten unter fließendem Wasser bei geöffneten Lidern und gehen Sie immer zum Augenarzt. Ziehen Sie verschmutzte Kleidung aus und waschen Sie betroffene Haut gründlich mit Wasser. Nach Einatmen an die frische Luft gehen; nach Verschlucken kein Erbrechen auslösen.

Beispielfrage

Sie haben einen sauren Sanitärreiniger und einen chlorhaltigen Reiniger. Was gilt?

  • Zusammen wirken sie stärker, also mischen
  • Nie mischen, es kann giftiges Chlorgas entstehen
  • Mischen ist nur mit heißem Wasser erlaubt

Richtige Antwort: Nie mischen, es kann giftiges Chlorgas entstehen

Saure Reiniger setzen mit Hypochlorit giftiges Chlorgas frei.

Hautschutz bei Feuchtarbeit

Worum es geht

Häufiger Kontakt mit Wasser und Reinigungslösungen und langes Tragen dichter Handschuhe entfetten die Haut. Die Haut verliert ihre Schutzfunktion, es können Ekzeme und Allergien entstehen. Rissige Haut lässt außerdem Schadstoffe leichter in den Körper.

Der Hautschutzplan

Im Hautschutzplan Ihres Betriebs steht, wann Sie welches Mittel verwenden und wann Handschuhe nötig sind. Er hängt meist am Handwaschplatz oder liegt im Reinigungsraum aus.

Drei Schritte

Vor der Arbeit: Hautschutzmittel auftragen. Vor Pausen und nach der Arbeit: Hände schonend waschen. Nach der Arbeit: rückfettende Pflege auftragen.

Handschuhe richtig tragen

Ziehen Sie Handschuhe nur auf trockene, saubere Hände. Tragen Sie sie so lange wie nötig und so kurz wie möglich. Baumwoll-Unterziehhandschuhe helfen gegen Schwitzen unter dichten Handschuhen.

Arbeit abwechseln

Wechseln Sie, wo es geht, zwischen Nass- und Trockenarbeiten. So hat die Haut Zeit, sich zu erholen.

Vorsorge

Bei regelmäßiger Feuchtarbeit bietet der Betrieb eine arbeitsmedizinische Vorsorge an oder veranlasst sie. Zeigen Sie Hautrötungen, Jucken oder Risse früh der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt.

Beispielfrage

Warum ist Feuchtarbeit für die Haut problematisch?

  • Wasser macht die Haut dauerhaft weicher und robuster
  • Feuchtarbeit hat keine Wirkung auf die Haut
  • Die Haut wird entfettet und verliert ihre Schutzfunktion

Richtige Antwort: Die Haut wird entfettet und verliert ihre Schutzfunktion

Entfettete Haut wird rissig und anfällig für Ekzeme und Allergien.

Elektrische Geräte und Reinigungsmaschinen

Worum es geht

Staubsauger, Einscheibenmaschinen, Scheuersaugmaschinen und Sprühextraktionsgeräte arbeiten oft in nasser Umgebung. Beschädigte Geräte oder ungeeignete Steckdosen können einen lebensgefährlichen Stromschlag verursachen.

Sicher anschließen

Schließen Sie Geräte nur an Steckdosen mit Fehlerstrom-Schutzschalter an oder verwenden Sie den Schutzadapter (PRCD bzw. PRCD-S), den Ihr Betrieb bereitstellt. Auf Baustellen nutzen Sie nur die dafür vorgesehenen Anschlusspunkte und keine fremden Geräte.

Vor jedem Einsatz prüfen

Sehen Sie Gerät, Leitung und Stecker auf Schäden an. Testen Sie die Sicherheitsfunktionen der Maschine. Benutzen Sie beschädigte Geräte nicht, kennzeichnen Sie sie und melden Sie den Mangel.

Wasser und Strom trennen

Achten Sie beim Nassreinigen darauf, dass kein Wasser in Steckdosen, Schalter oder Leuchten läuft. Reinigen Sie Leuchten nur ausgeschaltet und ziehen Sie den Stecker immer am Stecker, nicht am Kabel.

Werkzeug wechseln

Ziehen Sie vor dem Wechsel von Treibteller, Pad oder Bürste den Netzstecker. So kann die Maschine nicht unbeabsichtigt anlaufen.

Bedienung und Lärm

Bedienen Sie nur Maschinen, in die Sie eingewiesen sind, und halten Sie sich an die Betriebsanweisung. Tragen Sie Gehörschutz, wenn die Betriebsanleitung oder Ihr Betrieb das vorgibt.

Beispielfrage

Woran schließen Sie den Staubsauger an?

  • An jede beliebige Steckdose
  • An eine Mehrfachsteckdose ohne Schutz, Hauptsache in der Nähe
  • An eine Steckdose mit Fehlerstrom-Schutzschalter oder über den bereitgestellten Schutzadapter

Richtige Antwort: An eine Steckdose mit Fehlerstrom-Schutzschalter oder über den bereitgestellten Schutzadapter

Der Fehlerstrom-Schutz schaltet bei einem Fehler ab, bevor ein gefährlicher Stromschlag entsteht.

Leitern und Tritte

Worum es geht

Leitern sind schon bei geringer Höhe ein hohes Unfallrisiko. Prüfen Sie deshalb zuerst, ob Sie die Arbeit vom Boden aus erledigen können, zum Beispiel mit Teleskopstiel.

Die richtige Leiter

Nutzen Sie die Leiter, die Ihr Betrieb für die Aufgabe vorgesehen hat; Podest- und Plattformleitern sind sicherer als Sprossenleitern. Steigen Sie nie auf Stühle, Tische oder anderes Mobiliar.

Vor der Benutzung

Prüfen Sie die Leiter auf Schäden und kontrollieren Sie die rutschhemmenden Füße. Benutzen Sie beschädigte Leitern nicht und melden Sie den Mangel.

Sicher aufstellen

Stellen Sie die Leiter auf tragfähigen, ebenen und rutschfesten Untergrund. Anlegeleitern mit Sprossen werden im Winkel von 65 bis 75 Grad angelegt. Fahrbare Leitern arretieren Sie vor dem Besteigen.

Sicher stehen

Stehen Sie mit beiden Füßen auf Stufe oder Plattform und halten Sie sich mit einer Hand fest. Lehnen Sie sich nicht seitlich hinaus. Auf Stehleitern betreten Sie die obersten zwei Stufen nicht, auf Anlegeleitern die obersten drei nicht.

Material mitnehmen

Tragen Sie nur so viel, dass Sie sich weiter sicher festhalten können. Ein Werkzeuggürtel oder die Ablage einer Plattformleiter hilft dabei.

Beispielfrage

Was prüfen Sie, bevor Sie eine Leiter benutzen?

  • Nichts, Leitern sind immer sicher
  • Nur die Farbe
  • Ob es eine Möglichkeit gibt, vom Boden aus zu arbeiten, und ob die Leiter unbeschädigt ist

Richtige Antwort: Ob es eine Möglichkeit gibt, vom Boden aus zu arbeiten, und ob die Leiter unbeschädigt ist

Erst sicherere Lösungen prüfen, dann die Leiter auf Schäden kontrollieren.

Glasreinigung und Arbeiten mit Absturzgefahr

Schutzausrüstung gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden: Unterweisung mit praktischen Übungen nötig (DGUV Vorschrift 1 § 31).

Worum es geht

Bei der Glas- und Fassadenreinigung können Sie nach außen oder ins Gebäude abstürzen. Wo Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) nötig ist, reicht dieser digitale Teil nicht: Sie üben Anlegen, Anschlagen und Rettung praktisch mit einer fachkundigen Person.

Vom Boden aus zuerst

Reinigen Sie, wo möglich, mit Teleskopstangen oder stangengeführten Systemen vom Boden aus. Wechseln Sie bei langem Arbeiten mit Stangensystemen die Tätigkeit, um Schultern und Nacken zu entlasten.

Fensterbänke, Dächer, Glasflächen

Betreten Sie Fensterbänke nur, wenn sie tragfähig und mindestens 25 cm breit sind. Betreten Sie Glasdächer, Lichtplatten und Lichtkuppeln nur, wenn ihre Begehbarkeit nachgewiesen ist oder Laufstege vorhanden sind.

Hubarbeitsbühnen und Gerüste

Bedienen Sie eine Hubarbeitsbühne nur, wenn Sie eingewiesen und schriftlich beauftragt sind. Steigen Sie nicht aus dem Korb auf Bauteile über und klettern Sie nicht auf das Geländer. Ziehen Sie beim Verlassen den Schlüssel ab.

PSA gegen Absturz

Befestigen Sie die PSAgA nur an den festgelegten, tragfähigen Anschlagpunkten. Führen Sie Seile nicht über scharfe Kanten. Sehen Sie die Ausrüstung vor jeder Benutzung auf Schäden an.

Andere schützen

Sperren Sie den Bereich unter Ihrem Arbeitsplatz ab. Tragen Sie im Straßenbereich eine Warnweste.

Werkzeug, Sonne, Hitze

Verwenden Sie Sicherheitsschaber statt offener Klingen. Trinken Sie bei Hitze ausreichend und schützen Sie sich mit Kleidung und Sonnenschutzmittel vor UV-Strahlung.

Beispielfrage

Welches Verfahren ist bei der Fensterreinigung am sichersten?

  • Auf der Fensterbank stehen und sich hinauslehnen
  • Auf einen Stuhl auf der Fensterbank steigen
  • Vom Boden aus mit Teleskopstange oder stangengeführtem System

Richtige Antwort: Vom Boden aus mit Teleskopstange oder stangengeführtem System

Wer vom Boden aus arbeitet, kann nicht abstürzen.

Rückenschonend reinigen

Worum es geht

Bücken, Knien, Arbeiten über Schulterhöhe, gleichförmiges Wischen und das Tragen von Eimern und Maschinen belasten Rücken, Gelenke und Muskeln. Gute Geräte und ein paar Gewohnheiten senken diese Belastung deutlich.

Geräte nutzen

Nutzen Sie Systemwagen statt Eimer zu tragen. Verwenden Sie Geräte mit Teleskopstiel, Randreinigungsgeräte mit Stiel und Handfeger mit langem Stiel.

Stiel einstellen

Stellen Sie die Stiellänge auf Ihre Körpergröße ein. So können Sie aufrecht arbeiten und müssen sich nicht ständig bücken.

Abwechseln

Wechseln Sie regelmäßig Körperhaltung und Tätigkeit. Teilen Sie belastende Arbeiten, zum Beispiel mit Stangensystemen, im Team auf.

Schweres heben

Heben Sie schwere Maschinen nicht allein; nutzen Sie Tragehilfen oder holen Sie eine zweite Person dazu. Heben Sie mit geradem Rücken aus den Beinen und vermeiden Sie Verdrehen.

Beispielfrage

Wie transportieren Sie Wasser und Reinigungsmittel im Objekt am besten?

  • Mit dem Systemwagen
  • Zwei volle Eimer gleichzeitig tragen
  • Eimer über den Boden schleifen

Richtige Antwort: Mit dem Systemwagen

Der Systemwagen nimmt Ihnen das Tragen ab.

Infektionsschutz bei der Reinigung im Gesundheitswesen

Biostoffe: mündliche Unterweisung nötig, Teilnahme per Unterschrift bestätigen (BioStoffV § 14).

Worum es geht

In Krankenhäusern, Praxen und Pflegeeinrichtungen können Sie mit Krankheitserregern in Kontakt kommen, zum Beispiel über Blut, Ausscheidungen, infektiösen Abfall oder Stichverletzungen. Dieser digitale Teil bereitet die mündliche Unterweisung vor; diese bestätigen Sie mit Ihrer Unterschrift.

Hygieneplan der Einrichtung

Halten Sie sich an den Hygieneplan der Einrichtung und an die Vorgaben Ihrer Vorgesetzten. Dort steht, welche Bereiche eine erhöhte Infektionsgefahr haben und welche Schutzausrüstung Sie dort tragen.

Spritzen und Kanülen

Greifen Sie nie in Abfallbehälter oder Wäschesäcke und halten Sie Säcke vom Körper weg. Finden Sie eine Spritze oder Kanüle, entsorgen Sie sie nicht selbst, sondern informieren Sie das Personal der Einrichtung.

Abfall und Wäsche

Transportieren Sie Abfälle und Wäsche nur in geschlossenen Säcken und Behältern. Werfen oder stauchen Sie Wäschesäcke nicht und vermeiden Sie direkten Kontakt mit benutzter Wäsche.

Hände und Haut

Tragen Sie die festgelegten Schutzhandschuhe und keinen Hand- oder Armschmuck. Waschen, desinfizieren und pflegen Sie Ihre Hände nach dem Hautschutz- und Hygieneplan.

Desinfektionsmittel

Halten Sie Dosierung und Einwirkzeit aus dem Desinfektionsplan ein. Wischen Sie alkoholische Desinfektionsmittel, statt sie zu sprühen. Tragen Sie beim freihändigen Dosieren aus Kanistern eine Schutzbrille.

Vorsorge, Impfung, Strahlenschutz

Ihr Betrieb veranlasst arbeitsmedizinische Vorsorge und bietet nötige Impfungen an. Schwangere und Stillende werden in Bereichen mit erhöhter Infektionsgefahr nicht eingesetzt; melden Sie eine Schwangerschaft früh. Strahlenschutzbereiche betreten Sie nur nach Absprache mit den Strahlenschutzbeauftragten.

Nach einer Stichverletzung

Melden Sie jede Stich- oder Schnittverletzung sofort Ihrer verantwortlichen Person und folgen Sie dem Ablauf, den Ihr Betrieb dafür festgelegt hat.

Beispielfrage

Ein Wäschesack ist sehr voll. Was tun Sie?

  • Nicht hineingreifen oder stauchen, geschlossen und körperfern transportieren
  • Mit der Hand nachdrücken
  • Den Sack auf den Boden werfen, damit sich der Inhalt setzt

Richtige Antwort: Nicht hineingreifen oder stauchen, geschlossen und körperfern transportieren

In Wäsche und Abfall können Kanülen stecken; Stauchen und Hineingreifen führen zu Stichverletzungen.

Erste Hilfe, Notruf und Unfallmeldung

Worum es geht

Bei einem Unfall zählt jede Minute. Erste Hilfe beginnt am Unfallort und endet erst, wenn der Rettungsdienst übernimmt. Jede Person im Betrieb ist ein Glied dieser Rettungskette. Sie müssen nicht Ärztin oder Arzt sein, um zu helfen.

Was Sie in Ihrem Betrieb wissen müssen

- Wer bei uns Ersthelferin oder Ersthelfer ist. - Wo der Verbandkasten und weiteres Erste-Hilfe-Material liegen. - Wo und wie Sie einen Notruf absetzen. - Wem Sie einen Unfall melden. Diese Angaben stehen auf dem Aushang zur Ersten Hilfe. Sehen Sie ihn sich an.

Sofortmaßnahmen

Sichern Sie zuerst die Unfallstelle ab und bringen Sie Verletzte aus der Gefahrenzone, wenn das ohne Gefahr für Sie möglich ist. Setzen Sie dann den Notruf ab. Bis Hilfe kommt: bei Bedarf Herz-Lungen-Wiederbelebung, starke Blutungen stillen, stabile Seitenlage, Betroffene betreuen. Bringen Sie sich selbst nicht in erhebliche Gefahr.

Der Notruf 112

Die Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr ist bundesweit 112. Sagen Sie zuerst, wo der Notfall ist: Ort, Straße, Hausnummer, Gebäude, Stockwerk. Legen Sie dann nicht auf. Die Leitstelle stellt Fragen, zum Beispiel was passiert ist und wie viele Verletzte es gibt.

Jeden Unfall melden

Melden Sie jeden Unfall sofort Ihrer verantwortlichen Person, auch wenn er klein wirkt. Kann die verletzte Person das nicht selbst, meldet ihn die Person, die zuerst davon erfährt. Der Betrieb muss schwere Unfälle mit mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit der Berufsgenossenschaft anzeigen. Dafür braucht er Ihre Meldung.

Eintrag ins Verbandbuch

Jede Erste-Hilfe-Leistung wird dokumentiert, zum Beispiel im Verbandbuch oder Meldeblock. Eingetragen werden Zeit, Ort, Hergang, Art der Verletzung, die geleistete Hilfe und die Namen von Verletzten, Zeugen und Helfenden. Der Eintrag ist Ihr Nachweis, falls aus einer kleinen Verletzung später eine größere wird. Er wird fünf Jahre vertraulich aufbewahrt.

Zum Arzt nach einem Arbeitsunfall

Wenn Sie nach einem Arbeits- oder Wegeunfall über den Unfalltag hinaus nicht arbeiten können oder die Behandlung voraussichtlich länger als eine Woche dauert, gehen Sie zu einem Durchgangsarzt. Sagen Sie in der Praxis immer, dass es ein Arbeitsunfall war. Bei Verletzungen an Augen oder Hals, Nase, Ohren gehen Sie zu einer Fachärztin oder einem Facharzt dieses Gebiets.

Ersthelfer werden

Ersthelferinnen und Ersthelfer werden bei einer von der Berufsgenossenschaft anerkannten Stelle ausgebildet und in der Regel alle zwei Jahre fortgebildet. Beschäftigte sollen sich dafür ausbilden lassen, wenn keine persönlichen Gründe dagegen sprechen. Sprechen Sie Ihre verantwortliche Person an.

Beispielfrage

Welche Nummer wählen Sie für Rettungsdienst und Feuerwehr?

  • 110
  • 112
  • 116 117

Richtige Antwort: 112

Die 112 ist bundesweit die Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr.

Brandschutz, Fluchtwege und Verhalten im Brandfall

Worum es geht

Ein Brand breitet sich schnell aus, und Rauch ist oft gefährlicher als die Flammen. Sie lernen hier, wie Sie Brände vermeiden, wie Sie im Ernstfall hinauskommen und wann Sie selbst löschen dürfen.

Fluchtwege kennen

Fluchtwege und Notausgänge sind mit grünen Schildern gekennzeichnet, die auch im Dunkeln sichtbar sind. Wo ein Flucht- und Rettungsplan hängt, zeigt er Ihren Weg nach draußen, die Feuerlöscher und die Sammelstelle. Gehen Sie Ihre Fluchtwege einmal bewusst ab, damit Sie sie im Ernstfall finden.

Fluchtwege freihalten

Fluchtwege und Notausgänge müssen immer frei sein, auch für kurze Zeit. Stellen Sie dort keine Kartons, Wagen oder Möbel ab. Notausgänge dürfen nicht abgeschlossen sein, solange Menschen im Gebäude sind. Sie müssen sich von innen ohne Schlüssel öffnen lassen. Achten Sie auch draußen darauf, dass vor Notausgängen nichts steht.

Wenn es brennt

1. Ruhe bewahren. 2. Andere warnen und Alarm auslösen. Nehmen Sie jeden Alarm ernst, auch wenn Sie eine Übung vermuten. 3. Feuerwehr über 112 rufen: wo es brennt und was brennt. Auf Rückfragen warten. 4. Kleine Entstehungsbrände nur löschen, wenn Sie sich dabei nicht gefährden. 5. Breitet sich der Brand aus: sofort raus. Menschenleben gehen vor.

Richtig flüchten

Folgen Sie den gekennzeichneten Fluchtwegen und benutzen Sie keine Aufzüge. Bei Rauch bewegen Sie sich gebückt fort, weil die Luft unten besser ist. Helfen Sie Menschen mit Behinderung und Ortsfremden, und gehen Sie zur Sammelstelle, damit niemand vermisst wird.

Feuerlöscher

Feuerlöscher hängen an Stellen mit dem roten Zeichen „Feuerlöscher“. Stellen Sie nichts davor. Nicht jeder Löscher passt zu jedem Brand. Für brennendes Fett und Öl in Fritteusen gibt es eigene Löscher der Brandklasse F. Ein Prüfvermerk am Löscher zeigt die letzte Wartung. Fehlt er oder ist der Löscher beschädigt, melden Sie das.

Brandschutzhelfer

Ihr Betrieb benennt Brandschutzhelferinnen und Brandschutzhelfer. Sie werden im Umgang mit Feuerlöschern unterwiesen und üben das Löschen praktisch. Fragen Sie nach, wer das bei Ihnen ist.

Brände vermeiden

Viele Brände entstehen an elektrischen Geräten. Halten Sie Lüftungsschlitze frei und lassen Sie Geräte, die heiß werden, nicht unbeobachtet laufen. Stecken Sie keine Mehrfachsteckdosen hintereinander und schalten Sie Geräte nach Gebrauch ganz aus.

Beispielfrage

Vor einem Notausgang sollen kurz Kartons abgestellt werden. Was ist richtig?

  • Für eine Stunde ist das in Ordnung
  • Notausgänge müssen immer frei bleiben
  • Nur nachts ist das erlaubt

Richtige Antwort: Notausgänge müssen immer frei bleiben

Fluchtwege und Notausgänge müssen ständig frei sein. Ein Brand kündigt sich nicht an.

Elektrische Geräte sicher benutzen

Worum es geht

Beschädigte Kabel, Stecker und Geräte können einen Stromschlag oder einen Brand auslösen. Viele Schäden sehen Sie mit bloßem Auge, wenn Sie kurz hinschauen.

Vor jeder Benutzung ansehen

Sehen Sie sich Gerät, Kabel und Stecker vor der Benutzung kurz an. Achten Sie auf gebrochene Gehäuse, Quetschungen oder Risse am Kabel, lose Stecker und Schmorspuren.

Schäden melden, Gerät nicht benutzen

Ein beschädigtes Gerät nehmen Sie sofort außer Betrieb und melden den Schaden. Kleben Sie Kabel nicht mit Isolierband. Reparieren dürfen nur Elektrofachleute.

Prüfplakette

Viele Geräte tragen eine Plakette mit dem nächsten Prüftermin. Daran sehen Sie, ob das Gerät geprüft ist. Die Plakette ersetzt nicht Ihren eigenen Blick. Ein Schaden kann jederzeit neu entstehen.

Mehrfachsteckdosen und Kabeltrommeln

Stecken Sie keine Mehrfachsteckdosen hintereinander. Schließen Sie nicht mehrere große Verbraucher gleichzeitig an eine Mehrfachsteckdose an, zum Beispiel Herd, Spülmaschine oder Waschmaschine. Rollen Sie Kabeltrommeln vor der Benutzung ganz ab. Sonst kann das Kabel heiß werden.

Wärme und Wasser

Halten Sie Lüftungsschlitze frei. Stellen Sie keine Pflanzen oder Getränke auf Geräte. Geräte, die heiß werden, wie Herd, Grill oder Bügeleisen, lassen Sie im Betrieb nicht unbeobachtet. Schalten Sie Geräte nach Gebrauch ganz aus statt im Stand-by zu lassen.

Beispielfrage

Wann sehen Sie sich ein elektrisches Gerät auf Schäden an?

  • Vor jeder Benutzung
  • Einmal im Jahr
  • Nur wenn es nicht mehr funktioniert

Richtige Antwort: Vor jeder Benutzung

Vor der Benutzung soll jedes Gerät auf erkennbare Mängel angesehen werden.

Quellen und Stand

Vorlagenstand: 2026-11-01. Die Texte der Unterweisungsmappe beruhen auf den folgenden Handlungshilfen und ersetzen keine Prüfung der Verhältnisse in Ihrem Betrieb.

Unterweisungsthemen aller Branchen und Fristen der Unterweisung.

Legen Sie Ihren Betrieb an und stellen Sie die Unterweisung für die Tätigkeiten Ihrer Beschäftigten zusammen. Jeder Beschäftigte erhält einen persönlichen Link mit Verständnisfragen und Bestätigung.

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